1. Hilfe Maßnahmen

Maßnahmen vor dem Besuch beim Tierarzt
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chulchen
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1. Hilfe Maßnahmen

Beitrag von chulchen » Mo 6. Aug 2018, 02:29

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stark blutende Wunden

- an den Beinen:
Sterilen Tupfer auf die Blutung legen und mit elastischer Binde umwickeln.
Muß die Pfote mit verbunden werden, so ist es wichtig, Polsterwatte zwischen die Zehen zu klemmen, da es sonst zu Scheuer- und Druckstellen kommen kann (5. Zehe am Vorderbein nicht vergessen).

- im Brust- und Bauchbereich:

Mit Hand und Tupfer versuchen, Druck auf die Blutung auszuüben.
Wichtig! Keinen Druckverband anlegen, da dies die Atmung erschweren/behindern kann.

- im Kopfbereich:
Mit Hand und Tupfer versuchen, Druck auf die Blutung auszuüben.
Evtl. Halskrause anlegen, um "Pföteln" zu vermeiden.
Wichtig! Keinen Druckverband anlegen, da ein Verrutschen des Verbands zum Ersticken führen kann.


leicht oder nicht blutende Wunden

Stichwort: Keimverdünnung
D.h. spülen, spülen, spülen (nur mit Wasser)
Das ist wichtig, um evtl. vorhandenen Dreck weitestgehend zu entfernen bzw. die Anzahl der Keime auszudünnen.
Dadurch verhindert man Entzündungen, Abszesse oder andere Eiterungen.

Blutet die Wunde nicht, ist aber sehr tief, sollte ein TA aufgesucht werden, da tiefer liegendes Gewebe verletzt sein könnte und evtl. genäht werden muß.


Verbrennungen/ Verbrühungen

Kühlen, kühlen, kühlen!
Betroffene Stelle mit fließend kaltem Wasser kühlen, während des Transports zum TA sollte die Stelle weiterhin gekühlt werden.
Offene Stellen mit sterilem Tuch/ Tupfer abdecken.
Eisbeutel/ Kühlpads/ Kühlakkus immer in Tücher einwickeln- direkter Hautkontakt kann zu Gewebeschäden führen.
Wichtig! Keine Brandsalben verwenden!


Hitzschlag

Symptome: Hechelnde, sehr schnelle und flache Atmung, apathisch, meist nicht mehr ansprechbar, liegen auf der Seite.

In feuchte Handtücher einwickeln und schnellstens zum TA.


Insektenstiche

- an Pfoten oder Körper:
Ist ein Stachel sichtbar, vorsichtig mit einer Pinzette herausziehen und die Schwellung kühlen.
Wichtig! Keine Hausmittelchen, wie Salbe oder Zwiebel, verwenden!

Bei Anaphylaxie/ allergischer Reaktion schnellstens zum TA.
Symptome: Hecheln, Schwanken, Erbrechen, plötzliches schlechtes Allgemeinbefinden.

- im Gesicht/ Maul/ Rachen:
Hals mit feuchten Tuch kühlen und schnellstens zum TA, da durch die Schwellung die Atemwege blockiert werden können.
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chulchen
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Re: 1. Hilfe Maßnahmen

Beitrag von chulchen » Mo 6. Aug 2018, 21:11

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Unfall/ Schock

Ein Schock entsteht immer durch eine lebensbedrohliche Ursache: Massiver Blutverlust, hochgradige Schmerzen, Herzfehler, Vergiftung, Trauma.

Typische Schock- Symptome:
- außergewöhnlich ruhiges Verhalten, teilnahmslos
- schnelle, stoßweise, pumpende Atmung
- schwacher, kaum fühlbarer Puls
- niedrige Oberflächentemperatur (Katze fühlt sich kalt an)
- sehr blasse oder auffallend gerötete Schleimhäute

Schocktest:
Mit dem Finger auf das Zahnfleisch drücken, normalerweise verfärbt sich das Zahnfleisch in 1-2 Sekunden wieder rosa.
Bleibt die Druckstelle weiß oder ist das Zahnfleisch von vornherein schon weiß, ist das ein Anzeichen auf einen Schock.

Stabile Seitenlage:
Eine schwer verletzte oder bewußtlose Katze sollte immer flach ausgestreckt transportiert werden.
(Ist die Transportbox dafür zu klein, tut es auch ein Wäschekorb oder ein stabiler Karton mit Luftlöchern.)
Katze auf die Seite legen und das Köpfchen leicht nach hinten beugen.
Mäulchen öffnen und schauen, ob Erbrochenes oder Blut die Atemwege blockieren, bei Notwendigkeit Erbrochenes/ Blut entfernen.
Die Zunge nach vorne ziehen, damit die Atemwege frei bleiben.
Die Katze zudecken, damit sie nicht weiter auskühlt.
Der Körper der Katze sollte beim Hochheben von unten gestützt werden.

Auch wenn die Katze nach einem Unfall unverletzt scheint, sollte sie zu einem TA gebracht werden, denn sie könnte innere Verletzungen haben.
Hinweise darauf sind: Unsicherer Gang bis hin zu Kontrollverlust über die Beine, Hecheln, Teilnahmslosigkeit, Panik
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Re: 1. Hilfe Maßnahmen

Beitrag von chulchen » Di 7. Aug 2018, 18:02

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Ertrinken

Wenn die Lunge voller Wasser ist, ist schnelles Handeln hier lebensrettend.
Vom Menschen weiß man, daß in den ersten 4- 7 Minuten "nur" ein Scheintod eintritt, es lohnt sich daher immer, einen lebensrettenden Versuch zu unternehmen.

Das Wasser aus der Lunge bekommen:
Die Katze an den Hinterbeinen hochnehmen und in die Höhe halten, so daß das Köpfchen frei nach unten hängt und das Wasser aus dem Maul laufen kann. Den Körper dabei leicht hin und her schwingen. Mindestens 15- 30 Sekunden lang oder eben solange, bis kein Wasser mehr kommt.

Kleiner Ausflug in die Hundewelt (sehr große oder schwere Tiere):
Das Tier auf die Seite legen und die Hüfte so hoch wie möglich lagern.
Je höher die Hüfte kommt, desto besser.
Hilfsmittel: Steine, Baumstämme, an's Auto lehnen, Hutablage als Rampe benutzen, Abhänge etc.- alles, was geeignet erscheint.
Den Brustkorb von hinten nach vorne kraftig drücken, klopfen und massieren, um das Wasser aus der Lunge zu drücken.

Atemreflex auslösen:
Kräftiges Rubbeln des Brustkorbes.

Ist kein Atemreflex auslösbar:
Das Mäulchen geschlossen halten (Daumen liegt auf der Nasenwurzel, Zeigefinger unter'm Unterkiefer/ Kinn) und alle 3 Sekunden Luft in die Nase pusten, bis der Atemreflex einsetzt.
Wer keinen direkten Menschenmund- Katzennase- Kontakt möchte, kann einfach ein Taschentuch dazwischen legen.

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Re: 1. Hilfe Maßnahmen

Beitrag von chulchen » Fr 14. Sep 2018, 00:48

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Augenverletzungen

Verletzungen am bzw. im Auge gehören grundsätzlich immer in tierärztliche Behandlung!
Nie selbst behandeln!

Um das Auge während des Transportes zu schützen, sollte man eine Halskrause anlegen, um eventuelles Pföteln zu unterbinden.
Ist die nicht zur Hand, kann man einen Verband anlegen:
Feuchte Kompresse auf das Auge legen und eine Binde kreuzweise um den Kopf wickeln.

Bei Verätzungen (durch z.B. Säuren oder Putzmittel) das Auge nur mit Wasser spülen, so lange, wie möglich.

Wichtig! Keine Augentropfen, keine Salben aufbringen, auch keinen Kamillentee (kann das Auge zusätzlich reizen).
Fremdkörper auf keinen Fall selbst entfernen, im schlimmsten Fall könnte das Auge auslaufen.

Symptome:
Auge(n) zukneifen, dauerhaftes Zwinkern, Pföteln am Auge, starkes Tränen, eingerissener oder eingerollter Lidrand, evtl. Blutung, stark gerötete und/ oder geschwollene Bindehaut.
Hornhautverletzungen sind äußerst schmerzhaft, die Katze läßt sich kaum (am Kopf) anfassen, milchig trübe Verfärbung erkennbar, bei Lichteinfall ist es auch möglich, evtl. vorhandene Kratzer auf dem Auge zu erkennen.
LG von Chulchen und den Pelzen
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