Freigang, wie gewöhne ich es am besten an

Katzen, die nach draußen gehen
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Christiane1334
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Freigang, wie gewöhne ich es am besten an

Beitrag von Christiane1334 »

Hallo,

leider haben wir unsere liebsten Kater verloren. Er wurde vor einer Woche überfahren. Die große Straße ist ziemlich weit weg und nicht direkt an das Grundstück angebunden. Der Verlust ist sehr schmerzhaft. Aber Lui wollte nach draußen und hat es sehr genossen.

Wir haben uns für einen nächsten Kater entschieden, er ist ein Halbbruder von Lui. Wie machen wir es beim nächsten Mal besser? Lui war bereits 3 Monate ca draußen, er war kastriert. Er war die 6 Nacht draußen und hat vor der Haustür gebettelt. Klar mache ich mir Vorwürfe.

Ist die Nacht eine große Gefahr? Ich will dass sich Katzen wohlfühlen und wenn der Drang nach draußen da ist, will ich diesen auch ermöglichen. Nur habe ich Angst, dass es wieder so kommt. Unser Nachbar hat auch eine Freigänger Katze und sie war noch nie so weit weg, bzw. dort wo unser Kater überfahren wurde. Was kann ich beim nächsten anders bzw. besser machen.

Liebe Grüße Christiane

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Gremlin01
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Re: Freigang, wie gewöhne ich es am besten an

Beitrag von Gremlin01 »

Christiane1334 hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 08:36
Hallo,

leider haben wir unsere liebsten Kater verloren. Er wurde vor einer Woche überfahren. Die große Straße ist ziemlich weit weg und nicht direkt an das Grundstück angebunden. Der Verlust ist sehr schmerzhaft. Aber Lui wollte nach draußen und hat es sehr genossen.

Wir haben uns für einen nächsten Kater entschieden, er ist ein Halbbruder von Lui. Wie machen wir es beim nächsten Mal besser? Lui war bereits 3 Monate ca draußen, er war kastriert. Er war die 6 Nacht draußen und hat vor der Haustür gebettelt. Klar mache ich mir Vorwürfe.

Ist die Nacht eine große Gefahr? Ich will dass sich Katzen wohlfühlen und wenn der Drang nach draußen da ist, will ich diesen auch ermöglichen. Nur habe ich Angst, dass es wieder so kommt. Unser Nachbar hat auch eine Freigänger Katze und sie war noch nie so weit weg, bzw. dort wo unser Kater überfahren wurde. Was kann ich beim nächsten anders bzw. besser machen.

Liebe Grüße Christiane
Hallo :wink:
besteht die Möglichkeit, das Grundstück so zu sichern, dass ein gesicherter Freigang möglich ist?
Eine unserer Katzen wurde vor vielen Jahren mal angefahren (30-km/h-Zone), hatte einen Beckenbruch, der gut wieder verheilt ist, aber sie dann nur noch bis auf die Terrasse gegangen. Die nachfolgenden Katzen haben keinen Freigang mehr bekommen, weil ich einfach zu viel Angst hatte.
LG Eva, Gismo, Mia und Jerry im Herzen

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pingu
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Re: Freigang, wie gewöhne ich es am besten an

Beitrag von pingu »

Es tut mir sehr leid, dass ihr euren Lui verloren habt.

Was ich mich beim Lesen frage: Wie alt war euer Lui denn? Und wie alt ist sein Halbbruder? Und leben bei euch noch weitere Katzen?
Ich schreib mal, was mir einfällt - vielleicht ist das meiste für dich schon selbstverständlich, dann ignoriere das bitte einfach :-)

Wenn euer Kater noch jünger als ein Jahr ist, dann lasst ihn bitte noch nicht raus - da ist er noch viel zu unbedarft, um Gefahren einschätzen zu können. Kastriert war euer Lui ja. Normalerweise sind die Reviere von kastrierten Tieren immer etwas kleiner als von unkastrierten - und unkastriert und ungechippt sollten sie eh nie in den Freigang.
Ist der Neuankömmling schon über ein Jahr alt, lasst ihn dennoch erst einmal ein paar Wochen im Haus, bis er sich bei euch richtig eingewöhnt hat und euch als euer Zuhause ansieht. Auch wenn er unbedingt raus will, haltet ihn vorerst drin. Das schadet ihm nicht, er wird seine Freiheit dennoch genießen, wenn er dann raus darf.
Und sollte er bei euch allein leben, dann adoptiert für ihn bitte ganz zeitnah einen etwa gleichaltrigen, gleichgeschlechtlichen Kumpel, damit die Jungs dann zusammen um die Häuser ziehen können. Katzen brauchen einfach kätzische Gesellschaft - da kannst du hier im Forum ganz viel nachlesen.

Da reichen Katzen in der Nachbarschaft nicht aus. Im Haus hinter uns lebt ein fünfjähriger Kater schon immer allein. Er ist sehr rastlos und permanent auf Achse, weil er immer irgendwo an andere Katzen Anschluss sucht. Er ist ein ganz lieber Kerl, mir tut er leid so allein. Unsere vier Mädels sind nicht immer gut auf ihn zu sprechen, auch wenn er sich immer verzweifelt an sie ranhängen will.

Leider kann dir halt niemand eine Garantie geben, wie sich dein Kater draußen verhalten wird - und wenn du es noch so gut anfängst, und wenn er bei euch einen Kumpel hat und sich wohlfühlt. Das hängt einfach auch vom Charakter ab. Wenn du ganz auf Nummer Sicher gehen willst, bleibt dir wirklich nur der gesicherte Freigang, wie Gremlin01 schon schrieb: ein ausbruchsicherer Garten oder eine entsprechend gesicherte Terrasse.

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Annette
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Re: Freigang, wie gewöhne ich es am besten an

Beitrag von Annette »

Hallo Christiane, willkommen im Forum :blume: , auch wenn der Anlass nicht so schön ist. Es tut mir leid dass ihr euren Loui verloren habt.

Wie besser machen? Darauf gibt es eigentlich keine Pauschalantwort, jeder Freigang stellt eine Gefahr dar. Junge unerfahrene Katzen sind natürlich etwas mehr gefährdet, aber auch ältere erfahrene Katzen kann es treffen.

Pingu hat schon das Wesentliche gesagt, erst mit einem Jahr raus, dann ist der allergrößte Ungestüm der Jungkatzen etwas vorbei. Die "Gelehrten" streiten sich noch, ob der Freigang tagsüber oder nachts gefährlicher ist. Meine Katzen dürfen nur tagsüber raus, nachts müssen sie drinbleiben. Tagsüber sind zwar mehr Autos unterwegs, aber dafür sind die Autos nachts deutlich schneller unterwegs, vor allem in 30er Zonen.
LG, Annette und der Plummerich :flirty:

Christiane1334
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Re: Freigang, wie gewöhne ich es am besten an

Beitrag von Christiane1334 »

Vielen Dank für euer Mitgefühl, Lui ist 2 Tage vor seinem 1 Geburtstag gestorben. Also ein noch recht junger Kater. Der neue Kater ist erst 3 Wochen alt. Kommt erst mit 12 Wochen zu uns.

Das Grundstück so abzugrenzen ist schwierig bzw nicht möglich. So einen Stromzaun kommt für mich nicht i Frage. Aber zwei Kater auf einmal und jung, das wird im Haus viel Gerangel geben oder. Aber es müsste gleichgeschlechtlich sein. Es war meine erste Mieze und wollte natürlich alles richtig machen, er hat sich si wohl gefühlt. Und fehlt einfach noch sehr. Danke für alle Mitleser und Schreiber. :)
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Christiane1334
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Re: Freigang, wie gewöhne ich es am besten an

Beitrag von Christiane1334 »

Lui war ein Draufgänger. Er kroch überall hoch. Das war vor 2 Wochen. Er würde jede Hürde überwinden.

In der Scheune ist er bis in das Fenster gekrochen und kam heil wieder runter...
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Cyclopterus
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Re: Freigang, wie gewöhne ich es am besten an

Beitrag von Cyclopterus »

Christiane1334 hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 12:05
Aber zwei Kater auf einmal und jung, das wird im Haus viel Gerangel geben oder.
Zwei junge Kater raufen miteinander und lasten sich gegenseitig aus. Bei einem Einzeltier ist immer die Gefahr, dass es irgendwann Verhaltensauffälligkeiten entwickelt. Ein Mensch kann einen Katzenkumpel nicht ersetzen, weshalb verantwortungsvolle Züchter ihre Kitten nie in Einzelhaltung geben würden. Allein deshalb würde ich schon Abstand davon nehmen, Luis Halbbruder aufzunehmen, um diese Vermehrer nicht zu unterstützen.
Schaut doch mal im Tierheim oder bei Tierschutzvereinen/Pflegestellen, da gibt es genügend zauberhafte Tiere, die auf ein neues Zuhause warten. Es muss kein Kitten "von privat" sein.
Liebe Grüße von Melanie mit "Puschelinchen" Roxy und "Staubsauger" Lilly :cat:

Unser Thread: Katzenhaare im Küchen- und Kühlschrank ;-)

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Fairycat
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Re: Freigang, wie gewöhne ich es am besten an

Beitrag von Fairycat »

Dein Verlust tut mir sehr leid! :trost:
Ich würde Dir, gerade wegen dieser Erfahrung, überhaupt nicht zu Freigang raten. Wenn Du so ein junges Tierchen aufnehmen möchtest, ist das ja auch gar nicht nötig, weil es keinen Freigang einfordern wird. Ich habe schon mehrere Straßenkatzen aus dem Tierschutz aufgenommen, die jung eingefangen wurden, keine von denen wollte je nach draußen.
Ich rate aber auch dringend dazu, zwei Kater/Katzen zu nehmen. Warum, wurde ja schon erläutert.
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Christiane1334
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Re: Freigang, wie gewöhne ich es am besten an

Beitrag von Christiane1334 »

Cyclopterus hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 14:13
Zwei junge Kater raufen miteinander und lasten sich gegenseitig aus. Bei einem Einzeltier ist immer die Gefahr, dass es irgendwann Verhaltensauffälligkeiten entwickelt. Ein Mensch kann einen Katzenkumpel nicht ersetzen, weshalb verantwortungsvolle Züchter ihre Kitten nie in Einzelhaltung geben würden. Allein deshalb würde ich schon Abstand davon nehmen, Luis Halbbruder aufzunehmen, um diese Vermehrer nicht zu unterstützen.
Schaut doch mal im Tierheim oder bei Tierschutzvereinen/Pflegestellen, da gibt es genügend zauberhafte Tiere, die auf ein neues Zuhause warten. Es muss kein Kitten "von privat" sein.


Wie soll ich das verstehen, "um diese Vermehrer zu unterstützen?"

Tierheim und Pflegestellen kommt nicht in Frage, da keiner weiß woher sie kommen und wie sie gelebt haben.

Also sie sind der Meinung, dass wenn Katzen alleine aufwachsen eine Zumutung ist nicht nicht verantwortlich.

Privat, das ist meine Schwester.

Hinzugefügt nach 5 Minuten 36 Sekunden:
Fairycat hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 15:09
Dein Verlust tut mir sehr leid! :trost:
Ich würde Dir, gerade wegen dieser Erfahrung, überhaupt nicht zu Freigang raten. Wenn Du so ein junges Tierchen aufnehmen möchtest, ist das ja auch gar nicht nötig, weil es keinen Freigang einfordern wird. Ich habe schon mehrere Straßenkatzen aus dem Tierschutz aufgenommen, die jung eingefangen wurden, keine von denen wollte je nach draußen.
Ich rate aber auch dringend dazu, zwei Kater/Katzen zu nehmen. Warum, wurde ja schon erläutert.
Das ist klar, dass der junge Kater nicht raus geht. Es ging um den Zeitpunkt. Lui ging mit ca. 9 Monaten das erste mal mit Aufsicht und Geschirr raus, damit er sich an das Grundstück gewöhnt bzw sich orientieren kann.

Er war auch erst die 6 Nacht draußen, da er fast 1 Jahr war.

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Fairycat
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Re: Freigang, wie gewöhne ich es am besten an

Beitrag von Fairycat »

Meine Frage dahinter ist, warum es unbedingt Freigang sein soll, wo Du doch gerade erst ein Tierchen dadurch verloren hast. Das kann ich ehrlich gesagt nicht so richtig verstehen. Ich hätte ständig Angst und würde nie wieder eine Katze ohne gesicherten Garten draußen rumlaufen lassen.
Kitty und ihre Flauschies in 
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ENK
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Re: Freigang, wie gewöhne ich es am besten an

Beitrag von ENK »

Uff...
erst die 6. Nacht draußen...das ist hart.
Gibt es eine Katzenklappe, so dass die Katze jederzeit zurück ins Haus kann? Wer weiß, auf wen Lui draußen getroffen ist...vielleicht auf der Flucht panisch weggerannt. Oder die Straße, bzw die Gegend dort ist einfach zu interessant und doch zu nah für einen Jungspund..

Es ist passiert.

Zur Neuaufnahme.
Das Kitten ist von deiner Schwester...so wie auch schon dein erster Kater vor einem Jahr.
Das bedeutet, dass deine Schwester ihre Katze(n) nicht hat kastrieren lassen und es kein "Ups" Wurf ist. Korrigiere mich gerne, wenn ich falsch liege ...aber "Halbbruder " deutet das an. Und das wiederum bedeutet, dass deine Schwester ihre Katzen unkontrolliert vermehren lässt. Damit ist sie, in den Augen der Tierschützer, die die Reste dann irgendwann einsammeln (die ungewollten, unverkäuflichen , hässlichen,nicht achsosüßen halbverwilderten Hungerhaken) , eine Vermehrerin.

Bei mir sitzt ( na ja,wenn er nicht rennt ) Diesel. Ein kleiner zuckersüßer Kater, dessen Ursprung auch auf einem Hof ist.
Kastrieren? Nein, dann hat man ja keinen Nachschub an Kitten für den Verkauf.
Impfung? Wurmkur?
Kostet Geld, sollen froh sein, wenn sie was zu futtern bekommen und nicht erschlagen werden...
Denn
Nach einigen Jahren gibt es nur noch schwarze und getigerte Kitten..zu schlicht...wird man nicht los...aber 1 oder 2 im Wurf sind noch zu vermarkten. Der Rest ?
Muss bestenfalls sehen, wie er zurecht kommt.

Oh....warum hat das Kitten eine verkrüppelte Pfote ?
Warum überlebt aus dem Wurf kein Kitten?
Wieso frisst das Kitten nicht richtig ?? Oh ...Kieferfehlstellung.

Inzucht

Diesel ist ein Beispiel dafür. Der wäre weder vermarktbar ( da schwarz) noch überlebensfähig gewesen ( da stark verkürzter Unterkiefer und bereits im Milchgebiss dadurch dauerhafte Entzündungen im Maul ) Er ist jetzt 8 Monate alt und hat schon seine erste Gebisskorrektur, Herzultraschall und Blutuntersuchungen hinter sich...Teurer als ein "Rassekitten" aus einer guten Zucht.

Dazu weißt du nicht, welcher Kater nun der Vater ist..und ob der nun FIV oder FELV mitgebracht hat...und dein " ich weiß, wo es herkommt und wie es aufwächst " Kitten dann plötzlich krank wird und stirbt....Die Mutter dann auch...Die Geschwister...Wer einmal Leukose im Bestand hatte, weiß, wie grausam das ist.

Das muss bei deiner Schwester nicht so sein.
Aber bei vielen von uns, die in den Tierschutz mehr als nur ein "ohhh" investieren, stößt das sauer auf.

Wenn es unbedingt dieses Kitten sein soll...nimm 2 und lasse sie testen und impfen, kastriert hattest du deinen Kater ja. Und bitte,versuche deine Schwester zu überzeugen, dass eine Katze nicht jedes Jahr 2 Würfe braucht und sie nun kastriert werden kann.

Besser würden bei dir vermutlich ein ,besser 2 erfahrene Freigänger aus dem Tierschutz sein.. Getestet und keine charakterliche Wundertüte. Pflegestellen kennen ihre Katzen gut, die wollen nicht einfach nur loswerden, sondern DAS Zuhause auf Lebenszeit für ihre Pflegis finden.

So..genug geschrieben.
Es ist vermutlich nicht das, was Du hier hören wolltest. Aber ich rechne dir hoch an, dass Du nach dem Schock über den Tod von Lui ( bei dem bei der Gewöhnung an Freigang Alles richtig lief) hier um Rat fragst, wie du so etwas verhindern kannst.
Das Leben leben.

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Tiedsche
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Re: Freigang, wie gewöhne ich es am besten an

Beitrag von Tiedsche »

Zusätzlicher Tipp neben allem anderen hier:
Müssen es denn Kater sein? Kätzinnen sind in der Regel - Ausnahmen gibts da natürlich auch - sehr viel häuslicher und haben kleinere Reviere.
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Christiane1334
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Re: Freigang, wie gewöhne ich es am besten an

Beitrag von Christiane1334 »

ENK hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 17:21
Uff...
erst die 6. Nacht draußen...das ist hart.
Gibt es eine Katzenklappe, so dass die Katze jederzeit zurück ins Haus kann? Wer weiß, auf wen Lui draußen getroffen ist...vielleicht auf der Flucht panisch weggerannt. Oder die Straße, bzw die Gegend dort ist einfach zu interessant und doch zu nah für einen Jungspund..

Es ist passiert.

Zur Neuaufnahme.
Das Kitten ist von deiner Schwester...so wie auch schon dein erster Kater vor einem Jahr.
Das bedeutet, dass deine Schwester ihre Katze(n) nicht hat kastrieren lassen und es kein "Ups" Wurf ist. Korrigiere mich gerne, wenn ich falsch liege ...aber "Halbbruder " deutet das an. Und das wiederum bedeutet, dass deine Schwester ihre Katzen unkontrolliert vermehren lässt. Damit ist sie, in den Augen der Tierschützer, die die Reste dann irgendwann einsammeln (die ungewollten, unverkäuflichen , hässlichen,nicht achsosüßen halbverwilderten Hungerhaken) , eine Vermehrerin.

Bei mir sitzt ( na ja,wenn er nicht rennt ) Diesel. Ein kleiner zuckersüßer Kater, dessen Ursprung auch auf einem Hof ist.
Kastrieren? Nein, dann hat man ja keinen Nachschub an Kitten für den Verkauf.
Impfung? Wurmkur?
Kostet Geld, sollen froh sein, wenn sie was zu futtern bekommen und nicht erschlagen werden...
Denn
Nach einigen Jahren gibt es nur noch schwarze und getigerte Kitten..zu schlicht...wird man nicht los...aber 1 oder 2 im Wurf sind noch zu vermarkten. Der Rest ?
Muss bestenfalls sehen, wie er zurecht kommt.

Oh....warum hat das Kitten eine verkrüppelte Pfote ?
Warum überlebt aus dem Wurf kein Kitten?
Wieso frisst das Kitten nicht richtig ?? Oh ...Kieferfehlstellung.

Inzucht

Diesel ist ein Beispiel dafür. Der wäre weder vermarktbar ( da schwarz) noch überlebensfähig gewesen ( da stark verkürzter Unterkiefer und bereits im Milchgebiss dadurch dauerhafte Entzündungen im Maul ) Er ist jetzt 8 Monate alt und hat schon seine erste Gebisskorrektur, Herzultraschall und Blutuntersuchungen hinter sich...Teurer als ein "Rassekitten" aus einer guten Zucht.

Dazu weißt du nicht, welcher Kater nun der Vater ist..und ob der nun FIV oder FELV mitgebracht hat...und dein " ich weiß, wo es herkommt und wie es aufwächst " Kitten dann plötzlich krank wird und stirbt....Die Mutter dann auch...Die Geschwister...Wer einmal Leukose im Bestand hatte, weiß, wie grausam das ist.

Das muss bei deiner Schwester nicht so sein.
Aber bei vielen von uns, die in den Tierschutz mehr als nur ein "ohhh" investieren, stößt das sauer auf.

Wenn es unbedingt dieses Kitten sein soll...nimm 2 und lasse sie testen und impfen, kastriert hattest du deinen Kater ja. Und bitte,versuche deine Schwester zu überzeugen, dass eine Katze nicht jedes Jahr 2 Würfe braucht und sie nun kastriert werden kann.

Besser würden bei dir vermutlich ein ,besser 2 erfahrene Freigänger aus dem Tierschutz sein.. Getestet und keine charakterliche Wundertüte. Pflegestellen kennen ihre Katzen gut, die wollen nicht einfach nur loswerden, sondern DAS Zuhause auf Lebenszeit für ihre Pflegis finden.

So..genug geschrieben.
Es ist vermutlich nicht das, was Du hier hören wolltest. Aber ich rechne dir hoch an, dass Du nach dem Schock über den Tod von Lui ( bei dem bei der Gewöhnung an Freigang Alles richtig lief) hier um Rat fragst, wie du so etwas verhindern kannst.
Vielen herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort und dass du mir nicht gleich Vorwürfe gemacht hast.

Ich habe Lui geliebt und würde alles dafür tun, dieses ungeschehen zu machen!!! Er fehlt mir jede Sekunde!

Alle Katzen, auch bei meiner Schwester sind entwurmt geimpft und sind regelmäßig beim TA.

Im Herbst bekommt die Katze meiner Schwester eine Hormonspritze, so hat sie da kein Nachwuchs.

Wann ist denn der beste Zeitpunkt einer Kastration, ich habe das Gefühl es war bei Lui zu spät, oder hat sich auch nach der Kastration, wie ein nicht kastrierter Kater verhalten. Er hat makiert und war auch sonst extrem mutig egal was er gemacht hat. Für ihn war keine Hürde unüberwindbar... ich hatte schon mehrmals Angst um ihn, aber er hatte es immer geschafft, egal wo er hochkroch, kam er wieder runter.

2 Kitten, welches Geschlecht, besser Geschwister oder unterschiedlich alt. Es war mein erster Kater und habe mich viel belesen und ich weiß er hatte für sein kurzes Leben, ein schönes. Wir wollten uns ein zweiten anlegen, aber enen nicht gleich 2 Kitten, weil mir dies zu turbulent wäre.

Ich finde es super, dass du einem armen Kater ein schönes Leben ermöglichst!! Da geht einem das Herz auf, egal welche Farbe...

Bis jetzt hatte sie alle Kitten und liebevolle Familien weitergeben können, ohne etwas dafür zu verlangen, geimpft und entwurmt, der erste Check beim TA war da natürlich auch.

Aber gut... trotzdem danke für eure Antworten.

Grüße Christiane

Hinzugefügt nach 3 Minuten 46 Sekunden:
Tiedsche hat geschrieben:
Mi 19. Mai 2021, 08:54
Zusätzlicher Tipp neben allem anderen hier:
Müssen es denn Kater sein? Kätzinnen sind in der Regel - Ausnahmen gibts da natürlich auch - sehr viel häuslicher und haben kleinere Reviere.
Ja, ich weiß. Aber mir ist das Geschlecht egal. Meine Schwester hat drei Kitten, 2 Kater und eine Katze. 1 Katze und ein Kater waren bereits vergeben. Daher wieder ein Kater...

ENK
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Re: Freigang, wie gewöhne ich es am besten an

Beitrag von ENK »

Kater....Sind halt Kater... :D

Wobei, meine alte Katzendame Emmy jeden Kater der Nachbarschaft in die Schranken verwies und ihr Sohn Nero zwar jeden Baum erobern musste-aber bei jeder Prügelei den Kürzeren zog. :kicher:

Diesel wurde mit geschätzten 6 Monaten kastriert, das war schon recht spät. Wäre er stabiler gewesen, hätte ich 14 -16 Wochen bevorzugt.

Er ist für einen Kater ein Softie :roll: ...da haben die 3 Ladies hier echt Glück gehabt. Aber auch er will mal raufen, rennen, Beute machen...was gerade Ersatzmamma Lissy ( ca 2-3 Jahre alt) nervt und mit Fauchen und einem Pfotenhieb quittiert wird. ....nur um dann gleich weiter zu toben.. Eigentlich müsste hier für Diesel noch ein Teilzeit-Tobekumpel :cool: einziehen...aber, da er hier bereits 3 Damen und 2 Jungspunde nebenan wohnen ( von den ca. 10 weiteren Katzen im Umfeld mal ganz zu schweigen) reichen die kötzischen Sozialkontakte auch so. Für Diesel wäre z.b. ein etwas älterer Kater besser, der den Kleinen unter seine Fittiche nimmt, nicht dominant ist und nicht zuuu wild....da fehlt Diesel die Ausdauer. Oder noch besser eine Katerkatze mit so 1-3 Jahren, die gerne mal rauft, aber auch Fangen spielt und einfach mal gepflegt chillen mag. Ob Kater oder Katze...erfahrene Freigänger wären super.
Du merkst wohin die Richtung geht ?
Es hängt von dem ab, was der Kater braucht- und nur begrenzt von dem, was ICH brauche.

Schau dir den Kleinen an. Ist er ein Duracellhäschen oder Angsthase. Kuschelt er gerne oder endet es immer mir Raufen... Rennpferd oder Couchpotatoe.

Und dann suche ein passendes Kitten oder Vorjahreskätzchen dazu. Lass beide vorher testen...und lass vor allem das Kitten nicht alleine bei euch aufwachsen.

Zur quasi Zucht deiner Schwester verkneife ich mir weitere Kommentare, ist besser für meine Nachtruhe.
Immerhin sind die Kitten entwurmt und geimpft.
Das Leben leben.

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NicoCurlySue
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Re: Freigang, wie gewöhne ich es am besten an

Beitrag von NicoCurlySue »

Sorry, aber ich verstehe etwas nicht: warum muss die Katze Deiner Schwester immer wieder Junge bekommen?
Eva-Maria und die Sieben Lieben
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Sue, Nico, Curly, Linus, Sophia, Findus, Journey
Die Sieben Lieben - endlich auch vertreten! zum Nachlesen:Blutegeltherapie bei Gingivitis und Stomatitis (Calici-Viren)

Oscars Mama
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Re: Freigang, wie gewöhne ich es am besten an

Beitrag von Oscars Mama »

Hallo Christiane,
Deine Sorge kann ich nur allzu gut verstehen.
Ich hatte vor Jahren auch mal einen total pflegeleichten Kater, der ca. 9 Monate alt war und wegen Kälte von draußen gerettet wurde und zu uns kam. Er war Einzelgänger und nachts immer draußen. Das ging 3 Jahre gut, bis er dann leider auf der Umgehungsstraße überfahren wurde. Ich hatte nie geahnt, dass er so weit weg ging.
Nach 15 Jahren mit einer recht zickigen, nicht schmusenden Katze, die höchstens mal bis zur Einfahrt ging und die vor einem halben Jahr starb, habe ich nun seit 8 Wochen Oscar. Er kommt aus Rumänien, wurde dort verletzt und von der Katzenhilfe hier in D gepflegt. Er wurde mir als Freigänger überlassen. Angeblich ist er ca. 3 Jahre, aber selbst die Tierärztin ist sich unsicher.
Oscar will unbedingt raus, ist an allen Menschen interessiert, liebt es Auto zu fahren und in Häuser zu gehen.
Bei seinem ersten Ausgang kam er nach 9 Stunden wieder. Der zweite endete mit einem Anruf von Tasso. Oscar war zum Chip auslesen, als "Fundkatze" in der Tierklinik abgeliefert. Recherchen ergaben, dass er spielen neben Kindern mitgelaufen war und sie ihn abends " zu seinem Schutz" in einer Garage eingesperrt. Als er morgens herauskam, hat er natürlich schrecklich miaut, was jemand als "entlaufen" eingeordnet hat.
In der Zwischenzeit ist Oscar im Quartal bekannt, hatte Kämpfe mit Revierkatern Er trägt ein Halsband, inzwischen mit GPS, damit kann ich ihn etwas überwachen und zurückholen. man kann mit ihm auch ganz ordentlich auf dem alten Friedhof spazieren gehen. Das ist aber nur tagsüber eine Option, denn nachts sollte ich am mal schlafen.
An mal ein paar Tage wegfahren ist im Moment nicht zu denken.
Es kostet mich aber eine Menge Nerven und ich habe sehr viel Angst um ihn. Einerseits möchte er raus und er soll glücklich sein, andererseits sollte ich das auch.
Ich bin es, wenn Oscar heil heimkommt und schmust.
So, nun könnt ihr alle glauben, ich hätte eins in der Klatsche, aber so empfinde ich es und hoffe, dass es hier auch Leute gibt, die das verstehen und mir vielleicht den einen oder anderen Tipp geben.
LG Eure Barbara

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