Was will mir mein Kater sagen

Wie verstehe ich meine Katze?
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CocoLu
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Was will mir mein Kater sagen

Beitrag von CocoLu » Mo 25. Mär 2019, 09:50

Hallo in die Runde, ich bin neu hier und stelle mal kurz meine zwei Fellnasen vor bevor ich zur frage komme. Die beiden heißen Lucky und Cookie und sind jetzt etwas über 2 Jahre alt und seit fast zwei Jahren bei uns. Soweit läuft alles recht gut, da es Geschwister sind verstehen sie sich natürlich prächtig, es wird gekuschelt und gerauft wie es sich gehört. Nun zu meiner Frage, die beiden spielen ausschließlich nur mit mir, die die am seltensten zuhause ist... Mein Mann und meine Tochter dürfen die zwei auch mal bespaßen aber nach spätestens 5 Minuten haben sie dann kein Interesse mehr. Sobald ich nach Hause komme werde ich natürlich sofort belagert von den beiden. Es wird gemaunzt und um mich herum geschlichen. Dann will ich mit ihnen spielen, aber egal was ich anbiete, sie zeigen häufig Desinteresse. Das einzige was immer geht ist Leckerli weit Wurf. Nach einigen Minuten setze ich mich hin und keine 5 Minuten später werde ich erneut gestalkt. Also erneut spielversuch starten. Manchmal klappt es, manchmal nicht. So, was wollen mir die beiden sagen wenn sie mich so auffordern dann aber nicht spielen wollen. Hunger kann es nicht sein, der Napf ist immer voll, wird aber meist eh verschmäht. Sie sind extrem mäkelig. Ich möchte doch das die beiden sich hier wohl fühlen und glücklich sind. Sorry für den langen Text.
CocoLu

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Re: Was will mir mein Kater sagen

Beitrag von Tante » Mo 25. Mär 2019, 13:01

Was die Schätze genau von dir wollen hängt von vielen Faktoren ab und ist schwierig zu beurteilen da wir ja die Körpersprache und Co. nicht sehen - vielleicht wollen sie auch einfach nur bei dir sein.

Wie spielst du denn mit den beiden? Kitten und Jungkatzen springen oft wirklich auf ALLES an, aber je erwachsener man wird desto mehr werden Vorlieben entwickelt. Das ist beim Klomanagement, bei Kuschelvorlieben oder auch eben beim spielen zu beobachten. Erwachsene Tiere erwarten oft 'anspruchsvolleres'.

Ich kopiere mal aus meiner Wissensdatenbank... :-)

Stell dir vor du bist auf der Jagd, pirschst dich langsam an etwas heran, die Spannung steigt... und plötzlich wedelt was in deinem Gesicht rum. Entweder nichts wie weg oder du wedelst abwehrend zurück, oder? Noch dazu ist die Lust an der Jagd nun eher so 'meh'. Das war nicht das was du als Jäger wolltest.

Wenn auch nicht ganz vergleichbar, ist es bei Katzen so ähnlich. Man sollte also überlegen wie sich typische Beute verhält.
Sehr unterschiedlich, richtig? Eidechsen, kleine Karnickel, Mäuse, Vögel, Insekten... alle haben komplett unterschiedliche Bewegungsmuster.
Aber: in jedem Fall gehen sie in der Regel nicht auf die Katze zu und springen ihr ins oder vors Gesicht (auch wenn das amüsant wäre).

Somit muss man ausprobieren was für Jäger die eigenen Katzen sind. Die meisten sprechen sehr gut auf Mäuse an. Sprich, man nehme die Angel und bewege sie schnell über den Boden huschend weg von der Katze. Dabei nicht einfach im Blickfeld bleiben, sondern stets sich als Maus fühlen. Mäuse suchen Ritzen, Höhlen, harren an Ecken aus um ängstlich zu testen ob sie gesehen wurden. Also schnell hinter die Kratzbaumsäule o.ä. und ~4 Sekunden ausharren.
Bissl bewegen dahinter.
Dann huschhusch einen kurzen Sprint in freies Gelände. Oh mist wo nun hin? Direkt also abdrehen unter eine Decke, in einen Karton o.ä.
Usw.

Beim Vogel sind es dann mal langsame, mal etwas schnelle Flüge durch die Luft und zwischendurch auf einer Stelle landen. Mal dem Boden, mal dem Kratzbaum... oder auch mal tiefer fliegen um erhascht zu werden.

Beobachtet die Katze dabei, ist dies auch jagen. Also nicht ungeduldig werden als Maus ;)

Es gibt unter Katzen auch richtige Sprinter (oft jüngere Tiere, aber nicht explizit) die konstant der Angel hinterherrennen und weniger lauern wollen - aber auch da wird man nach einer Zeit merken das sie weniger enthusiastisch werden und dann sprechen sie auch auf 'echtes' Beuteverhalten wieder an und bespielen dafür die Beute danach länger. (Genau das ist dann auch das Erfolgserlebnis was nach der anzen aufputscherei entspannt und runterholt)

Wichtiger Punkt: Für die Katze ist der vollendete Jagdablauf: Lauern & beobachten, Ansprinten & anspringen, Beute 'haben' und essen.

Deswegen die Beute nach dem Ablauf nicht -sofort- wegnehmen, sonst fehlt da ein wichtiger Teil im Ritual und die Katzen können körperlich ko, aber geistig noch komplett unausgelastet sein.

Beute und Jagdvorlieben sind auch mit ein Grund, warum eigentlich jede Katze gewisse Vorlieben hat - manche lieben Federangeln, für wieder andere müssen es Lederbändel oder Fellbüschel (Mäuse) sein damit sie überhaupt mal interessiert schauen.
Katzenpsychologin und stolze Pflegestelle der KH Uelzen. Tagebuch über meine Pflegis.
Zuhause gesucht Keiner von mir, aber schaut mal hier: http://www.katzenhilfe-uelzen.de/unsere ... lungstiere

Einmal Schützling, immer Schützling.

CocoLu
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Re: Was will mir mein Kater sagen

Beitrag von CocoLu » Mo 25. Mär 2019, 17:32

Hallo Tante und Dankeschön, an sich weiß ich inzwischen welche Spielarten von wem bevorzugt werden. Cookie pirscht sich gerne an und Lucky liebt es seine Beute (Kissen) zu töten :D ab und zu rennen sie beide gerne hinter Kastanien oder anderen schepper Dingen hinterher. Das sie einfach nur meine Nähe suchen kann ich mir leider nicht vorstellen. Es sind beide absolut keine schmuser. Sie maunzen und machen und wenn ich aufstehe und sie vielleicht noch anfasse das geht nun wirklich zu weit :grins_gelb:
Von der Körpersprache her würde ich sagen sind sie aufmerksam mit erhobenen Schwanz und wollen eindeutig was haben :-)

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