Kleiner Leitfaden - Hund und Katz zusammen bringen

Katzen vergesellschaften
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Claudia
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Kleiner Leitfaden - Hund und Katz zusammen bringen

Beitrag von Claudia » Sa 9. Feb 2019, 22:55

Die Frage, wie man einen Hund an Katzen gewöhnt, taucht nicht täglich auf – aber eben doch dann und wann.
Im folgenden Text fasse ich meine Erfahrungen zusammen, die gern ergänzt werden dürfen.
Ich erhebe keinen Anspruch auf Allwissenheit, nicht mal auf Vollständigkeit. ;-)

Mit Sicherheit am einfachsten ist die Zusammenführung, wenn der Hund bereits Katzen kennt und die Katzen an Hunde gewöhnt sind. Jedem eher unsicheren Menschen wäre diese Konstellation ohnehin zu empfehlen, ebenso Neulingen in der Hundehaltung.
Die Arbeit mit einem ernsthaft katzenaggressiven Hund traue ich mir nicht zu, sie übersteigt die geschilderten Möglichkeiten in diesem Thema bei weitem.

Die Zauberworte sind eigentlich die gleichen wie für jede Arbeit mit Tieren: Geduld, Konsequenz, Ruhe, Zuneigung und Humor. ;-)
Oberste Regeln: Es gibt keine Strafen. Es gibt keinen Zwang.
Wichtigste Hilfsmittel: lange, leichte Leine (am Geschirr) und feinste Leckerlies. :)

Die Gewöhnung von Bruno an Finn (und andersrum) war ein Spaziergang, der den Namen Zusammenführung nicht verdient.
Emil, spanischer Jungspund, hat deutlich mehr Arbeit gebraucht. Er zeigte keinerlei Aggressivität, wollte aber „Fange spielen“ – sehr uncool für den Kater.

Wichtig: Der Hund gehört an die Leine, immer!
Jeder geglückte Versuch, die Katze zu jagen, bringt dich nicht einfach einen Schritt zurück – du landest jedes Mal am Nullpunkt, eventuell sogar im Minusbereich, sozusagen.
Ein einziger unaufmerksamer Moment (ich dachte, Finn wäre bereits im Haus, er kam aber gerade erst heim) machte meine bisherige Arbeit nach drei Wochen so gut wie zunichte.
Deshalb: Der Hund gehört an die Leine, immer!

Das heißt nun aber nicht, dass hysterisch am Hund herum gezerrt wird. ;-)
Die Leine dient lediglich als verlängerter Arm und verhindert, dass Hund Katz nachlaufen kann. Ruhe ist dabei oberstes Gebot. Lock den Hund zu dir, gern auch mit Leckerlies. Hört er in diesem Moment (noch) nicht auf dich, zieh ihn zu dir, aber ruhig. Lobe ihn, wenn er bei dir ist.
Lobe ihn immer, wenn er etwas richtig macht, nimm es nicht als selbstverständlich hin. Bestrafe ihn aber bitte nicht, wenn er etwas „falsch“ macht – denn dann hast DU sehr wahrscheinlich nicht angemessen vorgesorgt.

Ich habe oft mit Emil auf dem Boden gesessen. (Gefühlt habe ich auf einem der Hundebetten gewohnt.)
Wenn Finn ins Zimmer kam, gab es Streicheleinheiten für Emil. Aber er musste neben mir bleiben, er durfte sich nicht in Richtung des Katers bewegen.
Als Finn anfing, sich Emil zu nähern, durfte der Hund natürlich gucken. Aber Emil neigt zum Anstarren – das habe ich unterbunden, jedes Mal.
(Auch hier: nicht schimpfen oder am Hund rumreißen, bitte. Mach auf dich aufmerksam, zur Not mit Quietschestimme und Albernheiten, dich sieht ja – hoffentlich :D - keiner. Schaut dein Hund dich an, lobe ihn wieder.)
Emil hat das inzwischen großartig verinnerlicht – wenn er Finn z. B. im Garten sieht, dreht er sich zu mir und guckt mich an. Auch jetzt, nach drei Monaten, wird er dafür gelobt.

Nachts habe ich wochenlang getrennt. Finn blieb bei verschlossener Tür im Wohnzimmer.
Das war für ihn keine Strafe, ganz im Gegenteil.
Ins Schlafzimmer wäre er ohnehin nicht gekommen und so hatte er die Sicherheit und Ruhe, die er braucht.

Jede Annäherung von Finn an den Hund wurde mit Leckerlies für beide belohnt (bzw. für alle drei, wenn Bruno dazu kam, bekam er natürlich auch was ab).
Auch hier wieder: loben, loben, loben.

Sorge ab und zu dafür, dass die Katzen nicht im Raum sind – und dann lass den Hund schnüffeln.
Die meisten Hunde sind Nasentiere, sie brauchen das ganz dringend, um Neues akzeptieren zu können.

Auch wenn es dir gelingt, ganz viel Ruhe auszustrahlen – für deine Tiere ist die Zusammenführung stressig.
Geh bitte mit dem Hund nicht einfach nur spazieren, sondern beschäftige dich mit ihm, lass ihn sich auspowern.
Im besten Fall hast du auch jemanden, der mit den Katzen spielt, während du mit dem Hund draußen bist – insofern sie denn wollen.

Irgendwann fängt die Katze wahrscheinlich an, sich unauffällig ;-) dir und dem Hund zu nähern.
Das oberste Gesetz der Höflichkeit unter Katzen ist die Ignoranz. Um nun den Hund nicht in völlige Verzweiflung zu stürzen (Oh toll, der ulkige Vierbeiner kommt näher, endlich darf ich ran. Aber mein Mensch lässt einfach die Leine nicht los.), darfst du ruhig mit dem eigenen Körper dazwischen gehen.
So bleibt für die Katze der Anstand gewahrt und der Hund ist davon befreit, irgendeine Entscheidung treffen zu müssen.

Bei meinen Erfahrungen hatte der Schutz der Katze absolute Priorität. Natürlich kann eine Katzenkralle auf der Hundenase/im Hundeauge ganz böse ausgehen, aber meine Hunde sind beide deutlich größer und kräftiger als Finn und letzterer ist zwar ein großer Schreihals, aber kein großer Kämpfer. Er hätte ziemlich sicher den Kürzeren gezogen, wenn es jemals ernst geworden wäre.
Die Userin @Nekosan macht gerade ganz andere Erfahrungen – bei ihr muss der friedliche Hund vor der „Kampfkatze“ geschützt werden.
(Vielleicht magst du hier auch ein paar deiner Methoden/Erfahrungen schildern? :-) )

Die Userin @Izz z hat im Blauen über die Zusammenführung mit ihrem sehr ängstlichen Kater Otis berichtet:
(Sollte das Zitat für dich nicht ok sein, nehme ich es wieder raus.)
Solange der Hund lag und am besten gepennt hat, war alles gut. Hat Hund sich bewegt, war das gaaanz gruselig (fauchen und hauen ist ein Zeichen von Verunsicherung/ wie bei Hunden auch, nicht jedes Tier flüchtet). Hat Hund gar gebellt, war für Kater Otis der Weltuntergang nahe...er hatte wirklich dolle Angst.
Ich habe mir Zeit gelassen, weil...also naja, wenn ich "das MUSS doch jetzt mal..." oder "bis dannunddann müssen sie...." im Hinterkopf habe, werde ich unsicher/nervös...mein Hund merkt das sofort, die Katzen auch....dann stehen alle unter Druck und es geht gar nix mehr.
Gezielt geübt habe ich aber trotzdem. Wenn der Kater im Raum war, habe ich ruhige (!) Übungen mit dem Hund gemacht. Meine Hündin kann diverse Tricks im Sitzen und Liegen, regt sich dabei auch nicht sonderlich auf. Da hat sich der Hund also bewegt, blieb aber trotzdem relativ kalkulierbar an einer Stelle. Otis hat dabei -aus sicherer Höhe vom Kratzbaum- zugesehen. Wurde dort von mir auch ab und an mit einem Leckerli belohnt (ich habe ihn dabei möglichst nicht angesehen, so nebenher eben).

Als das gut geklappt hat, bin ich mit dem Hund langsam durchs Wohnzimmer marschiert. Für den Hund die geliebte "bei Fuß" Übung mit Lob und Leckerli. Kamen wir am Kratzbaum vorbei, Hund abgesetzt, Kater ein Leckerli gebracht.
Als auch die Übung für Otis Routine war (erst dann...siehe oben, ich habe mir Zeit gelassen), sind wir etwas schneller geworden. Hund ein Spielie geworfen, Hund läuft allein los, holt Spielie. Dabei habe ich sie dann durchaus schon mal kurz bellen lassen...den Kater gleichzeitig mit Lieblingsleckerli belohnt).
Zum Abschluss: die Arbeit lohnt sich auf jeden Fall. So unterschiedlich Hund und Katz auch sprechen, sie können sich verstehen. :begeistert:
Freundliche Grüße von Claudia
Neuanfang - oder: Wir sind (wie) Hund und Katz.

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Izz
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Re: Kleiner Leitfaden - Hund und Katz zusammen bringen

Beitrag von Izz » So 10. Feb 2019, 07:54

Das Zitat ist natürlich absolut okay für mich.
Allerdings; zu dem Zeitpunkt war das zwischen Kater Otis und Hund Paula-Püppi keine Erstzusammenführung, sondern eine Wiederzusammenführung. Otis war da schon so 9mon alt, lebte von Babyalter bei uns. Es gab nur eben zwischen den beiden ein Mißverständnis -draußen war irgendwas, Hund hat gebellt, ist auf die Tür zugeschossen, Otis war im Weg, hat das als "Angriff" vom Hund mißverstanden....hatte danach wirklich dolle Angst vorm Hund. Vorher fand er den Hund zwar nicht supertoll, konnte aber durchaus gut mit ihr in einem Raum sein ohne Angst zu haben, hat sich also frei bewegt.
Das hat mir im nachhinein aber vor Augen geführt, wie schnell so ein friedliches Zusmmenleben gestört werden kann, wie nachhaltig nur eine doofe Situation auf die Beziehung zwischen den Tieren wirken kann.

Ich hatte ja eigentlich drei bis vier Zusammenführungen. Mein Hund akzeptiert nicht alle Katzen, ich musste ihr also jeden "Neuling" wieder langsam vorstellen.
Und tatsächlich habe ich eine Zusammenführung ja auch eher vergurkt: unsere erste Katze (Izzy) und der Hund mögen sich nicht. Da hatte ich -wie du ja auch hervorhebst- die Sicherheit der Katze an die erste Stelle gestellt. Hund war im Geschirr angeleint (Paula trug zeitweise auch einen Maulkorb, ist daran aber auch gut gewöhnt), bekam hochwertige Belohnung und Lob. Sie lag einfach da, besah sich dieses Katzending. Um dahin zu kommen, hatten wir vorher wochenlang geübt.
Izzy war meine erste Katze, ich war nicht darauf gefasst (heute wüsste ich-ihre vorherige Körpersprache war angespannt, ihr war unheimlich, wir waren zu dicht bei ihr); sie sprang vor, zog dem Hund blitzschnell die Krallen durchs Gesicht.
Die Hundenase ist empfindlich, das hat übel weh getan, das Chaos brach aus...und zum Glück war der Hund angeleint, sonst hätte sie die Katze quer durchs Haus gejagt (die war natürlich sofort auf den Kratzbaum geflüchtet)
Danach war hier zunächst Schicht, jeglicher Versuch die beiden zusammenzubringen -nur auf Sicht, also mit Gittertür- brachte den Hund vor Aufregung nah an einen Herzinfarkt, ließ sie wieder in alte "Verhaltensauffälligkeiten" fallen....ich schmiss hin.

Der Rest ist ja Geschichte; es brauchte einen Volker. :begeistert:
Auch den musste ich mit dem Hund zusammenführen, das hat er aber souverän allein erledigt (zum Glück, ich war mit den Nerven runter). Das zeigte mir aber wiederum: meine Erstmeinung war nicht falsch, mein Hund ist kein genereller Katzenhasser.
Emma und Otis kamen hinzu. Emma war kein Problem, die ist um und über den Hund geturnt, hat sich abschnüffeln lassen, war -mit Leckerlis für beide- recht schnell angenommen. Otis hat auch zuerst schon etwas länger gebraucht, war immer vrosichtig (das ist einfach seine Art, er braucht laaaaange um zu irgendwem/irgendwas Vertrauen zu haben). Und dann kam dieser unschöne oben genannte Vorfall.

Heute -die erste Zusammenführung mit Izzy ist 5 Jahre her!- ist die Beziehung zwischen Hund und jeder einzelnen Katze ganz individuell. Izzy und Hund mögen sich immer noch nicht....aber sie ignorieren sich. Verlasse ich das Haus, sind sie getrennt (ich traue jedem nur soweit ich ihn sehen kann). Das geht, weil jeder eine eigenen Besitzer samt Wohnung hat (Izzy gehört meiner Tochter, die die obere Etage bei uns bewohnt).
Volker und Emma hopsen über den Hund, laufen unter ihr durch, kuscheln auch mit ihr. Und wissen beide ganz genau, was sie sich wann "rausnehmen" können (Volker immer noch eine Schippe mehr als Emma).
Otis mag es nicht, wenn der Hund frontal auf ihn zugeht, da kriegt er immer noch einen Puschelschwanz. Aber er hat keine Angst mehr. Er dreht sich dann -samt Puschelschwanz- einfach weg und geht.
Auch Otis trenne ich vom Hund, wenn ich nicht daheim bin (Izzy braucht ja sowieso Gesellschaft *lach)...das ist aber nur eine reine Gefühlssache. ich habe ein bißchen Angst, das es noch einmal eine unschöne Situation gibt. Otis ist so sensibel....der Hund mittlerweile steinalt (sie hört nicht mehr gut, bellt dann mal fragend duch die Gegend).

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Re: Kleiner Leitfaden - Hund und Katz zusammen bringen

Beitrag von NicoCurlySue » So 10. Feb 2019, 08:41

Ich werde zwar nie selbst einen Hund haben, finde das aber sehr spannend, zu lesen. Und ich kann mir vorstellen, dass es für manche eine tolle Hilfe sein kann.
Eva-Maria und die Sieben Lieben
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Sue, Nico, Curly, Linus, Sophia, Findus, Journey
Die Sieben Lieben - endlich auch vertreten! zum Nachlesen:Blutegeltherapie bei Gingivitis und Stomatitis (Calici-Viren)

Nekosan
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Re: Kleiner Leitfaden - Hund und Katz zusammen bringen

Beitrag von Nekosan » Mo 11. Feb 2019, 13:40

Claudia hat geschrieben:
Sa 9. Feb 2019, 22:55
Die Userin @Nekosan macht gerade ganz andere Erfahrungen – bei ihr muss der friedliche Hund vor der „Kampfkatze“ geschützt werden.
(Vielleicht magst du hier auch ein paar deiner Methoden/Erfahrungen schildern? :-) )
@Claudia du kannst auch einfach sagen, wenn ich mal wieder ein Update geben soll ;-) Spaß beiseite - in letzter Zeit läuft es ziemlich gut hier bei uns, aber wie du schon angedeutet hast, es war ja nicht immer so. Ich versuche mich kurzzufassen :cool:

Wir haben hier eine etwas sensible und unsichere Hundedame und auch zwei Katzen, die sehr gut verstehen, was der Hund abkann und was nicht. Diese drei Stammmädels haben sich ohne irgendein Zutun unsererseits miteinander arrangiert. Die Stammmietzis erkennen, wenn sie eine Grenze überschreiten und ziehen den geordneten Rückzug vor, während der Hundedame eigentlich alles piepegal ist, solange man sie, ihr Stammsofa und ihre Futterstation allein lässt. Vor ein paar Monaten stieß dann unser ausgesetzter Krawallkäfer zu unserer harmonischen Truppe - Nami (super süß, hat es jedoch faustdick hinter den Öhrchen). Wir haben es anfangs - wie Izz bei sich so schön ausdrückte - ziemlich vergurkt und mussten komplett anders vorgehen als bei den anderen Mädels.
Nach zwei unschönen Begegnungen zwischen Nami und Hope (dem Hund), die für Hope mit einem Minikratzer auf der Nase endeten (GsD nur ganz oberflächlich und klein), mussten wir umplanen. Erkenntnis war: Diese Katze zieht sich nicht zurück (Bett, Schrank, Wandbretter, Kratzbaum, Regale waren vorhanden), sondern geht nach vorn - obwohl der Hund null Interesse an ihr hatte. Nami hatte wohl zum ersten Mal in ihrem Leben einen Hund gesehen, fand das doof und wollte das Ungetüm in die Flucht schlagen.

Es folgten einige Wochen an der Gittertür. Nach den meisten Spaziergängen holten wir den Hund an die Gittertür. Nami war sehr interessiert (an den Leckerchen und mir) und beide wurden kräftigst belohnt, dass sie an der Gittertür brav waren. Danach ließen wir Nami im Geschirr an der Leine durch die Wohnung laufen. Ja so kanns gehen - bei uns musste nicht der Hund sondern das Katzentier angeleint werden. :unschuld:
Bis dahin war Nami immer separiert, teilweise begleitet von ihren kätzischen Mitbewohnern. Diese Zusammenführung lief ja auch noch "nebenbei" ... das ganze übrigens in einer - wenn auch geräumigen - 2-Zimmerwohnung. Nachts wechselten wir Katzen und Hund - eine Nacht die drei Mietzen im Schlafzimmer und Flur und Hund safe im Wohnzimmer, eine Nacht Hope bei uns im Schlafzimmer und die anderen drei Geister im restlichen Bereich. Mit dem Gedanken, dass beide Bereiche sowohl von Hund als auch Katze beduftet werden. Zusätzlich rieben wir Nami mit Decken von Hope ein.

Ich hab die zeitliche Abfolge nicht mehr komplett im Kopf, doch nach etwa 3 Monaten ließen wir alle unter Aufsicht zusammen. Zuerst durfte Nami nur stundenweise zum Hund trippeln. hier sei gesagt: Hope lebt komplett im Wohnzimmer - auch als es noch gar keine Katzen gab, kam sie nur auf ausdrücklichen Zuruf zu uns ins Schlafzimmer...

Wie gesagt: Zusammen erstmal nur stundenweise mit ganz allmählicher Steigerung. Nami mussten wir viel ermahnen und aus der "Gefahrenzone" Hundesofa setzen. In dieser Zeit haben wir Nami wieder in "ihr" Schlafzimmer gesetzte, sobald wir wussten, der Hund würde sich bewegen (zum Gassigehen). Es gab da einige Rückschläge, da wir immer noch unterschätzt hatten, dass Nami Angst bekam sobal der Hund sich auch nur minimal bewegte (wohlbemerkt NICHT auf die Katze zu). Trotzdem - bald steigerten sich die beaufsichtigten Zeiten und irgendwann ließen wir todesmutig nachts die Gittertür auf und alle Fellpopos waren vereint. Einfach gemacht wurde uns das von Nami als Menschenkatze, die unsere Nähe mehr schätzte/ brauchte als die Konfrontation mit dem Hund.

Momentan sind wir an einem Punkt, wo wir nicht mehr trennen wenn wir weniger als 5 Stunden außer Haus sind. An etwas längeren Tagen, die zur Zeit selten sind (ca. 2 -3 x die Woche) sorgen wir dafür, dass Nami und der Hund nicht zusammen sind. Die anderen Katzen "verteilen" wir nach Gutdünken bzw. wo sie sich gerade ihren Poppes wärmen ;-)
Bis vor ein paar Wochen rannte Nami unserer Hundedame nach jedem Spaziergang hinterher (Hund musste ja von Wohnungstür aufs Sofa), mittlerweile ist sie sehr entspannt und schnuppert sogar mal an der Rute von Hope. Die ist davon zwar genervt , aber es eskaliert nicht und auch der Hund stirbt keine 1000 Tode mehr, wenn das Namitier plötzlich im Weg steht.

Nami hat nach wie vor aller 2 - 3 Wochen einen kleinen Aussetzer. Wie sagt Männe so schön: "Da rappelt es irgendwie in ihrem hübschen Köpfchen" und sie muss Ar*** sein und dem Hund eins reinwürgen. Meist bleibt es jedoch bei der "liebevollen Geste" und sie lässt kurz vorm Angriff ab.
Stichwort Dreipunkteregel: Haben wir mit Nami versucht, hat auch die eine oder andere Situation deeskaliert - die Angriffe waren wohl zu unregelmäßig, als dass das Muster der Regel einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Trotzdem kann ich das empfehlen. Bei einigen Situatione wie Staubsaugen, schauen wir, dass wir Nami vom Hund trennen. staubsaugen ist immer Stress für alle Fellbeiner bei uns, deswegen möchten wir nichts provozieren. Gehts zum Gassi raus und Nami sitzt komplett im Weg, heben wir sie auch schon mal auf einen erhöhten Posten, damit es keibe Probleme gibt. Die ganz weichen Samthandschuhe haben wir aber nicht mehr an :cat-D:

Freunde werden die beiden wohl nie, doch wir sind guter Dinge. Ein Umzug in eine hoffentlich besser geschnittene Wohnung steht bald an, auch davon erhoffen wir uns noch kleine Fortschritte. Wir waren mental soweit unten, dass wir Nami, die wir ja so nicht geplant hatten, bereits inseriert hatten. Die kleine Kröte :verliebt: :verliebt: :verliebt: kann wohl lesen - seitdem hat sie sich auch echt zusammengerissen. Nicht wirklich eine Methode aber hey ... ;) ;) So wie es jetzt ist, ist es noch nicht 100% ideal (eher um die 90% ;-) ), aber wir haben mittlerweile entschieden, das die Maus bei uns bleiben kann und wir an den restlichen Prozentpunkten noch weiter arbeiten :-)

Kurz und gut: Ich würde niemals nie behaupten, dass man absolut jede Katze und so gut wie jeden Hund vergesellschaften kann aber wie immer ist eines der wichtigsten Mittel GEDULD GEDULD GEDULD gemischt mit einer Prise starker Nerven, stimmigen Bauchgefühl und der Bereitschaft nicht alles einfach nur geschehen zu lassen. Wir haben irgendwann nicht mehr die abgerissenen Kalenderblätter gezählt, um zu messen wie gut oder schlecht unser Fortschritt gewesen ist.

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Re: Kleiner Leitfaden - Hund und Katz zusammen bringen

Beitrag von Claudia » Mo 11. Feb 2019, 20:37

Danke euch beiden ganz doll für eure Erfahrungen! Irgendwann helfen sie vielleicht jemandem. :)
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Re: Kleiner Leitfaden - Hund und Katz zusammen bringen

Beitrag von Sandman64 » Mo 11. Feb 2019, 22:59

@Claudia
Entschuldige bitte ich muß hier mal ein kurzes OT loswerden.


@Nekosan

Ich finde es ganz toll was ihr, unter im Grunde erschwerten Bedingungen,auf euch nehmt um die Tiere nicht den "Umständen" zu überlassen.
Deshalb an dieser Stelle alles gute für eure Pläne und euer Leben mit den vier Fellnasen.
:daumen:

Und
:blume:

;-)

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Re: Kleiner Leitfaden - Hund und Katz zusammen bringen

Beitrag von Nekosan » Di 12. Feb 2019, 08:31

Dankeschön. :lo: :lo: :lo:

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