Kennzeichen von Inzucht

Wenn du meinst, dein Thema passt nirgends richtig...
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Annette
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Kennzeichen von Inzucht

Beitrag von Annette »

Zum Teil, weil ich nicht weiss, woher meine Jungs letztlich stammen und wer mitgemischt hat, zum Teil auch weil mich das Thema grundsätzlich interessiert: Was sind Anzeichen von Inzucht bei Katzen? Vielleicht können TS, die sicherlich viel mit dem Thema zu tun haben wie @Taskali etwa, einiges dazu sagen. Bei meinen Jungs habe ich keinen direkten Verdacht, höchstens bei Matti, weil der vielleicht? eine Zahnfehlstellung hat.
LG, Annette mit Louis + Matisse und Plum auf der anderen Seite

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Inseldeern
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Re: Kennzeichen von Inzucht

Beitrag von Inseldeern »

Mir hat eine Dame aus dem Tierschutz erzählt als ich von der unterstützt wurde bei der Vermittlung von Nelson, dass die Katzen dann oft kleinwüchsig sind oder sich gar nicht richtig entwickeln und der Wasserkopf sei wohl auch häufig bei Inzucht Kitten.

Das sind dann aber schon die massiveren Fälle so wie ich das verstanden hatte.
Es grüßt die Tigerbande
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Quartett
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Re: Kennzeichen von Inzucht

Beitrag von Quartett »

Ich finde diesen Artikel sehr interessant zum Thema:

https://www.sueddeutsche.de/wissen/fort ... -1.1931986

Wenn ich es richtig verstehe, dann ist Inzucht meist erst dann ein Problem, wenn sie über etliche Generationen besteht. Also würde ich meinen, dass selbst wenn deine Jungs nah verwandte Eltern haben sollten, es daraus resultierend keine Probleme geben wird, die nicht auch bei anderen Katzen auftreten können.
"Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer trifft sie der Zufall." Friedrich Dürrenmatt

„Die Sache der Tiere steht höher für mich als die Sorge, mich lächerlich zu machen, sie ist unlösbar verknüpft mir der Sache der Menschen.“ Émile Zola

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NicoCurlySue
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Re: Kennzeichen von Inzucht

Beitrag von NicoCurlySue »

So, dann schreibe ich auch hier noch einmal. Bei mir wohnen Sue und Curly, Schwestern, deren schwangere Mutter vom Veterinäramt entzogen wurde. Vater und Mutter der Beiden waren Geschwister, das ist wohl gesichert. Ich vermute inzwischen, dass es evtl. Vermehrer waren, Curly könnte einen BKH Einschlag haben. Ich habe die Geschwister-Eltern bei jedem TA-Besuch erwähnt, das sorgte nie für größere "Wallung". Beide sind genauso gesund wie meine anderen, auch wenn ich es immer auf dem Schirm habe. Curly hatte sehr früh FORL und auch sehr heftig. :nix: Wir dachten immer am ehesten, dass sie vielleicht ein etwas weniger gutes Immunsystem haben. :nix:
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Sue, Nico, Curly, Linus, Sophia, Findus, Journey
Die Sieben Lieben - endlich auch vertreten! zum Nachlesen:Blutegeltherapie bei Gingivitis und Stomatitis (Calici-Viren)

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Taskali
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Re: Kennzeichen von Inzucht

Beitrag von Taskali »

Inzucht wird meist wirklich erst in mehreren Generationen problematisch und kann sich vielfältig äußern - von kleineren körperlichen Besonderheiten hin bis zu Kleinwüchsigkeit, hohe/frühe Sterberate aufgrund Defekte in den Organen usw. Aber das sind dann schon richtig krasse Fälle. Gut zu beobachten ist sowas bei Dorfkatzen in kleineren Dörfern mit großem Abstand zu den nächsten kleineren Dörfern - selbst wenn da mal ein Kater zum nächsten Dorf rüberwandert kann man davon ausgehen, dass der auch bereits aus ursprünglich demselben Stamm stammt wie im Nachbarsdorf - bleibt sich also recht gleich von den Ursprungsgenen her. Und dann findet man vermehrt so Sachen wie z.B. die Hasenscharte wie bei der Marinka (die Kitten überleben meist nicht) oder eben wie bei Kovu und seinen Geschwistern (Diesel bei ENK) den extrem Unterbiß, der im Zweifel auch zu Problemen beim Fressen führen kann - solche Dinge sind klassisch. Ich würde aber nicht bei jeder Hofkatze mit Forl oder Kleinwuchs von Inzucht ausgehen - oft liegen die Gründe für sowas dann eher in der Mangelernährung aufgrund des fehlenden Nahrungsangebotes. Aber wenn man eine Hof- oder Streunerkatzenpopulation zum kastrieren einfängt und da immer wieder ähnliche angeborene Defekte findet, dann kann man von Inzucht ausgehen
... und am Ende - wieder Anfang ...

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Capra
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Re: Kennzeichen von Inzucht

Beitrag von Capra »

Ich kenne auch Kleinwüchsigkeit und dann eher Organschäden, also nicht richtig funktionierende oder unterentwickelte Organe wie Herz, Nieren usw..

Und ich weiß, du fragst nur, weil es dich eben so allgemein unverfänglich ohne besonderen Grund interessiert. Aber ich pump jetzt trotzdem den Sprit aus deinem Helikopter. :D

Die beiden sind so gesund oder krank, wie es eben geht. Egal was man anstellt, die immer fröhlich gesunde Katze, die nach 22,7 glücklichen Jahren Nachts sanft für immer einschläft, ist ein sehr seltener und echter Glücksgriff.
Die Dummfugs haben bei dir den besten Start ins Leben. Was die Natur letztendlich daraus macht liegt außerhalb deiner Kontrollmöglichkeiten.

Ist wie bei uns Menschen. ;-)
Liebe Grüße von Andrea

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Annette
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Re: Kennzeichen von Inzucht

Beitrag von Annette »

Interessant ist diese Aussage aus dem Artikel:
Ein klarer Fall ist etwa der Florida-Panther, eine Unterart des Pumas. Von ihm waren Anfang der 1990er-Jahre nur 20 bis 25 Tiere übrig, die unter Herzproblemen, Missbildungen und zunehmender Unfruchtbarkeit litten
Seit einigen Jahren nehmen die Herzkrankheiten - und auch FORL - unter den Katzen zu. Wäre interessant zu wissen, ob frühere Inzuchten dazu geführt haben.
Capra hat geschrieben:
So 10. Okt 2021, 14:08
Ich kenne auch Kleinwüchsigkeit und dann eher Organschäden, also nicht richtig funktionierende oder unterentwickelte Organe wie Herz, Nieren usw..
Siehe oben.
Und ich weiß, du fragst nur, weil es dich eben so allgemein unverfänglich ohne besonderen Grund interessiert.
Mich beschäftigt eigentlich grundsätzlich diese Frage, weil ich das schon interessant finde, aber ja, natürlich frage ich mich solche Dinge auch jetzt wegen der Jungs. Vor 18 Jahren bei Hobbes und Plum habe ich mir gar keinen Kopp darum gemacht.
Aber ich pump jetzt trotzdem den Sprit aus deinem Helikopter. :D
Mein schöner Helischraub! :D

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Warten wir die nächsten 20 Jahre ab ;-)
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Night
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Re: Kennzeichen von Inzucht

Beitrag von Night »

Hi,
wenn du die ganz allgemeine Antwort haben möchtest, immer dann, wenn ein sonst seltenes, rezessiv vererbtes Gen auftritt, kann - muss es aber nicht - Inzucht eine Rolle spielen.

So ein Gen kann für eine Behinderung, wie einen Knickschwanz sorgen, es könnte aber auch etwas so simples wie eine besondere Farbe oder was auch immer sein.

Wenn du eine abgelegene Katzenpopulation hast, dann kannst du eigentlich fast immer davon ausgehen, dass auch Inzucht stattfindet. Inzucht muss aber eben nicht zwingend zu irgendwelchen Behinderungen oder Fehlstellungen führen - wenn keines der Elterntiere eine Veranlagung hat, dann kann so eine Population recht lange völlig gesund sein.
(Oder zumindest auf den ersten Blick so wirken - viele Rassetiere haben deshalb zB Probleme mit Erbkrankheiten, die eben nicht direkt sichtbar und nachweisbar sind).

Wie Taskali sagt, wenn du bei einem abgelegenen Dorf auf ein Dutzend Katzen mit ähnlichen rezessiven Defekten stößt, dann kannst du recht sicher von Inzucht ausgehen.
Wobei es wie gesagt eben kein Defekt in dem Sinne sein muss. Ich kenne ein Dorf, in dem vor vielleicht zwanzig Jahren ein unkastrierter Siamkater im Freigang war. Bis "heute" stößt man da immer wieder auf einzelne Point-Kitten und dabei wurde ziemlich viel kastriert und der Großteil der Katzen ist eben "normal".

Wenn es einen einzelnen Wurf oder sogar nur eine einzelne Katze betrifft, ist es deutlich schwieriger das auf Inzucht zurück zu führen. Es könnte immer auch einfach Pech sein, dass beide Elternteile das Gen tragen.

Quartett
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Re: Kennzeichen von Inzucht

Beitrag von Quartett »

Annette hat geschrieben:
So 10. Okt 2021, 18:44

....
Seit einigen Jahren nehmen die Herzkrankheiten - und auch FORL - unter den Katzen zu. Wäre interessant zu wissen, ob frühere Inzuchten dazu geführt haben.
...
Oder liegt es doch eher an der höheren Lebenserwartung und besseren medizinischen Versorgung (inklusive Diagnostik) heutzutage? Immerhin ist FORL bei den wilden Verwandten der Hauskatze nachgewiesen und schon im 13./14.Jahrhundert litten Hauskatzen in Norddeutschland daran (bei Ausgrabungen entdeckt).
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rübe
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Re: Kennzeichen von Inzucht

Beitrag von rübe »

Gegen eine Häufung durch die höhere Lebenserwartung spricht, dass zumindest FORL und HCM ja bei jüngeren Katzen auftreten :trost: - FORL haben hier vier von vier Tierschutzkatzen, zusätzlich hat Janosch (geb. 2016) einen Knickschwanz, was ja auch ein Zeichen von Inzucht ist :traurigguck: . Es wurde gesagt, dass er vermutlich ein Halbbruder von Tom und Heiner (geb. 2015) ist, jedenfalls von der gleichen Futterstellen, wo nicht konsequent kastriert wurde :nix: .
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Barbarossa
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Re: Kennzeichen von Inzucht

Beitrag von Barbarossa »

rübe hat geschrieben:
Mo 11. Okt 2021, 00:01
Gegen eine Häufung durch die höhere Lebenserwartung spricht, dass zumindest FORL und HCM ja bei jüngeren Katzen auftreten
Aber insbesondere FORL war vor 30 Jahren noch überhaupt kein Thema bei den TÄ. Mein Paulinchen hatte, als ich sie hochbetagt aus dem TH holte, nur noch Stümpfe statt Zähne in den Kiefern, sie wollte nicht mehr essen und die Stümpfe wurden von verschiedenen TÄ einfach dem Alter zugeschrieben und entfernt. Nie fiel das Wort FORL. Bei anderen Krankheiten wird das ähnlich sein.
Viele Grüße von Kai mit Dunja und Kim und den beiden Babys (06.10.2021)
meine Sternchen Matzi 01.05.98-05.05.14 - Moritz 01.05.98-25.11.16 - Tinki 06.12.12-30.04.21

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Annette
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Re: Kennzeichen von Inzucht

Beitrag von Annette »

Night hat geschrieben:
So 10. Okt 2021, 19:05
Inzucht muss aber eben nicht zwingend zu irgendwelchen Behinderungen oder Fehlstellungen führen - wenn keines der Elterntiere eine Veranlagung hat, dann kann so eine Population recht lange völlig gesund sein.
Das stimmt, nur wirst du selten so gesunde Elterntiere finden. Vermutlich haben viele Tiere kleinere Gendefekte, die dann erst bei Inzucht zu Tage treten
Quartett hat geschrieben:
So 10. Okt 2021, 19:10
Oder liegt es doch eher an der höheren Lebenserwartung und besseren medizinischen Versorgung (inklusive Diagnostik) heutzutage? Immerhin ist FORL bei den wilden Verwandten der Hauskatze nachgewiesen und schon im 13./14.Jahrhundert litten Hauskatzen in Norddeutschland daran (bei Ausgrabungen entdeckt).
Bei FORL mag das zutreffen, aber gerade HCM wird meist in jungen Jahren entdeckt und hat dann um so gravierendere Folgen.
LG, Annette mit Louis + Matisse und Plum auf der anderen Seite

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