Notdienstgebühr

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BaLu
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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von BaLu » Sa 23. Nov 2019, 19:36

Hab oben noch nen Link ergänzt. Die Rechtsprechung sagt ja. Auch wenn das Ausland wie so oft weiter ist als wir ist - soweit ich das googeln kann- ist klar dass man eine Straftat begeht wenn man nicht zum TA geht. Und das außerdem als "dringender Verhinderungsgrund" gilt (BGB). In einigen Artikeln steht dass der AG das sogar zahlen muss. Danach würde ich nie fragen, da das ja selbst bei eigenen Arztbesuchen nicht mehr gewährt wird.

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Any
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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von Any » Sa 23. Nov 2019, 19:48

missamy hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 17:48
Es gab auch früher schon Tierärzte, die genügend Erfahrung hatten und nicht auf gut Glück was spritzten. Außerdem: Angebot schafft Nachfrage!
Übrigens hatte ich bisher mit der hiesigen Tierklinik nur miese Erfahrungen gemacht, gerade am WE. Da müssen die jungen, unerfahrenen Kräfte Dienst tun.
Früher hat man in der Humanmedizin Diabetes diagnostiziert, wenn der Urin süß schmeckte. Und zur Ader gelassen bis sich jedes Problem erledigt hatte.
Durchaus erfahrene Ärzte früherer Zeiten. :grins_gelb:
Ich möchte keinesfalls den Wert der Berufserfahrung schmälern, aber mehr Wissen ermöglicht in der Folge mehr Diagnostik und Therapie, also Angebote. Die laut mehreren meiner Tierärzte oft nur zögerlich genutzt werden, weil das neue Handy wichtiger ist, oft scheint es nicht Armut zu sein.
Mit den grossen TA-Ketten wird das Problem nicht weniger, die sind nämlich ausschließlich auf Gewinnmaximierung aus, d.h. Mitarbeiter werden Umsatzvorgaben erbringen m ü s s e n, wo vielleicht ein TA das bestmögliche im Sinne von Tier und Halter zu finden versucht.
Also z.B. teures CT statt Röntgen. Und Nachtdienste bieten auch die nicht für lau an.

Und warum unerfahrene= billige Kräfte Nachtdienste schieben müssen, erklärt sich von selbst.

Falls du Links liest, hier ist noch einer:https://www.tieraerztekammer-nordrhein. ... -notdienst

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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von engelsstaub » Sa 23. Nov 2019, 19:55

Sehe ich leider keine Ergänzung. Es ist Kulanz des AG, oder nicht?! :grins_gelb: Schmeckt mir auch nicht.

Zusammengefasst sind unsere kleinen Privatpatienten eben solche und ich finde sowohl erhebliche Kosten für fadenscheinige Straßensanierungen, die wir unnütz teuer bezahlen müsssen (nun ganz aktuell, obwohl man hier gerade über eine Straße in NRW fahren kann/Hurra!), pseudo-Dieselfahrverbote und Billigflüge, sowie eine CO2-Steuer dann doch teurer.
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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von missamy » Sa 23. Nov 2019, 20:38

Kanoute hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 17:55
Du hast einfach keine Ahnung, entschuldigung...freilich nisten sich die ein....weil der Markt in Deutschland offen ist und viel zu billig...wenn Mars und Konsorten kommen wird es noch teurer....

und welches Gejammer? die meisten niedergelassenen tierärzte machen ihre Arbeit ohne zu jammern..und da wird öfter der Feierabend oder die 10 Stunden Regel ignoriert weil halt noch ein Notfall kam....
Und bei Dir merkt mal halt, dass jetzt bei einem TA arbeitest, gell. Viel zu billig, wenn ich so etwas schon höre. :eek: Und wer hier im Notfallbereich mitliest, wird das sicher anders sehen.
Was glaubst, was Krankenschwestern ackern müssen, oder AiP`ler, wobei letztere ja die Chance haben, im Ausland irgendwann mehr Geld zu verdienen. Die dicke Kohle schieben die oberen ein, so ist das nun mal.

Hoffentlich kommt nie, nie, nie eine Pflicht zur Tierkrankenversicherung!!!
Schau doch im Humanbereich, wie da Millionen in betrügerischer Absicht gemacht werden, ganz besonders im Pflegebereich :eek: . Und den Krankenkassen sollen nun auch noch Fesseln angelegt werden, wenn es um das Recht der Überprüfung von Klinikabrechnungen geht. In Zukunft sollen sie da mal schön drum bitten, bevor man ihnen evtl. und vllt. die Unterlagen zur Verfügung stellt.
Und noch ein krasses Beispiel: Ein Elternpaar, dessen Baby keine Muskeln bilden kann, verlangte, dass die Krankenkasse für die Behandlung 2,1 Millionen berappt. Wohlgemerkt für 1 Spritze und ohne irgendeine Sicherheit, dass dies auf Dauer wirkt oder welche Nebenwirkungen auftreten können. Das Mittel wird in den USA hergestellt und hier von Novartis vertrieben.
Als sich ein paar Promi`s in der Öffentlichkeit dafür stark machten, knickte die KK ein und bezahlte. Es mag jetzt hart klingen, aber wo bitte ist die Grenze? Für die Eltern ist das sicher ein schwerer Schicksalsschlag, aber ........

Punkt 2: Glaubt ihr denn Tierarzt hat keine Ausgaben: Personal, Miete, Wareneinsatz, Steuern und Abgaben? Und er soll weil jemand sich Menschen Haustiere zulegen ohne nachzudenken einfach für lau arbeiten? Weil derTierarzt nicht tierlieb ist? Gegenfrage wenn ihr ein Auto zur Inspektion bringt oder zum reparieren, erwartet ihr das Autohaus umsonst arbeitet weil derjenige in Not ist? Oder gar auf Rechnung oder vielleicht Ratenzahlung anbietet?

Das hier ist auch an den Haaren herbei gezogen. Ohne diese Ausgaben könnte er die Praxis nicht betreiben und hat mit dem Problem recht wenig zu tun.
Interessant finde ich übrigens, dass es Tierärzten sozusagen verboten ist, in einem Tierheim z.B. kostenlos zu behandeln :eek: . Wie finde ich denn das, das müsste doch jedem selbst überlassen sein, ob er so viel Herz zeigt, oder?

Der neue Tierarzt hier, der übrigens zuvor in England gearbeitet hatte, hat an ein paar Tagen pro Woche ein paar Stunden die Praxis offen. Wenn man wg. Termin anrufen will, bekommt man erst zig-mal den Hinweis, dass er im Moment behandelt, man möge es in ..... Minuten nochmal versuchen. AB gibt es nicht. Notfallbehandlung? Es gibt zwar eine Handynummer, nur geht da niemand ran. Nach zig Versuchen gibt man es einfach auf, also ich zumindest. Direkt hinfahren habe ich auch aufgegeben, denn die Praxis ist sicher geschlossen. Als Angestellte hat er eine Kraft, die wahrscheinlich eher weniger verdient.
Der andere erstellt eine Rechnung nur auf Verlangen, auf der Schreibmaschine getippt und äußerst widerwillig. Röntgengerät hat er zwar, sonst aber nix, da schickt er lieber in diese ominöse TK. Und der nagt nicht am Hungertuch.

Leider ist es so, dass ich hier so rund 40 km Fahrtweg in Kauf nehmen muss, wenn ich in eine gute TK will. Und das mache ich bestimmt nicht, wenn es nicht unbedingt nötig ist.

@engelsstaub - Du kannst das garnicht hoch genug schätzen, so eine Tierärztin zu haben! Hier sind die alle schon in Rente gegangen, leider, leider.

Ich hatte vor vielen Jahren mal ein Abrechnungssoftware für TA-Praxen erstellt und damals gab es noch den Sonn-/Feiertagszuschlag. Auch dass der TA praktisch einen fixen Betrag für seine Praxis mit in die Preiskalkulation einrechnet. Aber der 2,5 - 3,5-fache Satz war damals noch ein Fremdwort. Heute ist er doch zum Standard geworden, egal, ob man nun eine TierKK hat oer nicht. Und, wie schon gesagt, nagten die Tierärzte auch damals nicht am Hungertuch.

Tierhalter allerdings, die meinen, sie müssten aus Bequemlichkeit wegen Nichtigkeiten den Notdienst in Anspruch nehmen, sollen ruhig einen Zusatzbetrag berappen müssen, da bin ich auch dafür. Aber diese Möglichkeit hat doch jeder TA heute schon, da braucht es keinen Gesetzgeber dafür!
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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von Katrin75 » Sa 23. Nov 2019, 22:45

Ich war gestern auf einem Seminar zum Thema Hundezucht von meinem Verein. Dort referierten unter anderem zwei Tierärzte die seit 1980 im Geschäft sind. Es ging auch um das Kliniksterben und warum es so ist. Der Knackpunkt ist gar nicht mal das sie verpflichtet werden im Notdienst mind. Den zweifachen Satz zu berechnen, sondern das ihnen nichts übrig bleibt, da zum Beispiel für einen Kaiserschnitt 4-5 Personen gebraucht werden. Ich sag mal der Kaiserschnitt ist um 22 h und das Team ist um 0 h wieder Zuhause, dann dürfen sie nicht um 8 h wieder in der Klinik stehen, sonder müssen 11 h ruhen. Dadurch müssten alle viel mehr Personal haben und das ist nicht zu leisten.
Liebe Grüße

Katrin mit den Labbi Mädels Cosma & Svea und dem Kater Elwood und Eddy :verliebt:

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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von engelsstaub » Sa 23. Nov 2019, 23:31

Ich schätze meine TÄ sehr (!!), missy. :grins_gelb: Ich weiß, dass da beide eher eine Ausnahme sind und sie eigentlich sehr viel mehr berechnen könnten. Das tun sie aber nicht, da wir hier in einem eher sozial benachteiligten Wohnbereich des Ruhrpotts leben. Ich auch, auch wenn ich den Luxus habe, dass meine drei versichert sind und ich eben Vollzeit arbeiten gehe.

Mit einer Zulage von 50 Euro sehe ich das hier defintiv kritisch.

Das Gesundheitswesen krankt doch generell. Es fehlen bei Menschen doch auch Hausärzte, es mangelt an Fachärzten, Psychologen und auch wir Menschen müssen immer mehr zuzahlen. In den Notaufnahmen finden sich auch Menschen ein, die eigentlich nicht dorthin gehören, aber sie finden keine Hausarztpraxis mehr. Wenn es da schon mangelt....ich wüsste auch nicht wohin, wenn mein hoch betagter Hausarzt dann auch wirklich aufhört. Alle Praxen haben hier Aufnahmestop.
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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von Eva » So 24. Nov 2019, 06:21

Hier in der Gegend haben alle! Tierkliniken ihren Klinikstatus abgegeben und bieten keinen Nachtdienst mehr an. Die nächste Klinik, die noch Nachtdienst anbietet, ist ca. 80 km entfernt.
Ich würde auch mehr als 50 Euro zahlen, wenn ich bei einem wirklichen Notfall eine Klinik in der Nähe hätte, zu der ich nachts gehen könnte.
Wenn meine Fine im Dezember wieder eine Bronchoskopie und ein CT bekommt, werde ich sie über Nacht dort in der Praxis lassen, weil ich in einem Notfall (beim letzten Mal hatte sie einen Pneumothorax nach der Bronchoskopie) wohl die Klinik nicht rechtzeitig erreichen würde. Und das wird mich mehr als 50 Euro kosten.
Liebe Grüße
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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von missamy » So 24. Nov 2019, 10:05

engelsstaub hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 23:31
Ich schätze meine TÄ sehr (!!), missy. :grins_gelb: Ich weiß, dass da beide eher eine Ausnahme sind und sie eigentlich sehr viel mehr berechnen könnten. Das tun sie aber nicht, da wir hier in einem eher sozial benachteiligten Wohnbereich des Ruhrpotts leben. Ich auch, auch wenn ich den Luxus habe, dass meine drei versichert sind und ich eben Vollzeit arbeiten gehe.

Mit einer Zulage von 50 Euro sehe ich das hier defintiv kritisch.

Das Gesundheitswesen krankt doch generell. Es fehlen bei Menschen doch auch Hausärzte, es mangelt an Fachärzten, Psychologen und auch wir Menschen müssen immer mehr zuzahlen. In den Notaufnahmen finden sich auch Menschen ein, die eigentlich nicht dorthin gehören, aber sie finden keine Hausarztpraxis mehr. Wenn es da schon mangelt....ich wüsste auch nicht wohin, wenn mein hoch betagter Hausarzt dann auch wirklich aufhört. Alle Praxen haben hier Aufnahmestop.
Wie gesagt, Tierhalter, die aus reiner Bequemlichkeit den TA bemühen, sollen ruhig zur Kasse gebeten werden. Aber das Problem fängt doch schon da an, dass man die Notdienstzeiten bereits am Freitag ab 18:00 Uhr ansetzt. Viele berufstätige müssen dann schon den Aufschlag bezahlen :eek: .

In unserem hiesigen KH (human) haben sie eine Bereitschaftspraxis, an die all jene verwiesen werden, die kein echter Notfall sind. Seither ist die Notfallaufnahme ziemlich leer. Nur so nebenbei und man sieht, es geht ja doch.

Ich hoffe, Brunolein geht es gut?
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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von Kanoute » So 24. Nov 2019, 12:53

missamy hat geschrieben:
So 24. Nov 2019, 10:05
Wie gesagt, Tierhalter, die aus reiner Bequemlichkeit den TA bemühen, sollen ruhig zur Kasse gebeten werden. Aber das Problem fängt doch schon da an, dass man die Notdienstzeiten bereits am Freitag ab 18:00 Uhr ansetzt. Viele berufstätige müssen dann schon den Aufschlag bezahlen :eek: .

In unserem hiesigen KH (human) haben sie eine Bereitschaftspraxis, an die all jene verwiesen werden, die kein echter Notfall sind. Seither ist die Notfallaufnahme ziemlich leer. Nur so nebenbei und man sieht, es geht ja doch.

Ich hoffe, Brunolein geht es gut?
Wenn die regulären Sprechzeiten bis 20:00 Uhr wird natürlich kein Notfallzuschlag fällig.

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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von missamy » So 24. Nov 2019, 14:06

Kanoute hat geschrieben:
So 24. Nov 2019, 12:53
Wenn die regulären Sprechzeiten bis 20:00 Uhr wird natürlich kein Notfallzuschlag fällig.
Wie verstehst Du das dann:

Der neue Satz 4 definiert zur Konkretisierung des Zeitpunktes der Erbringung der Leistungen in Satz 2 Nummer 3 die Dauer der Nachtzeit, des Wochenendes sowie des gesetzlichen Feier-tages, wobei der Beginn des Wochenendes von Samstag 13.00 Uhr auf Freitag 18.00 Uhr ver-schoben wird. Damit wird die Arbeitszeit am Wochenende den inzwischen eingetretenen und gesellschaftlichen akzeptierten Entwicklungen Rechnung getragen. In den oben angeführten Zeiten wird in der Regel der tierärztliche Notdienst durchgeführt.
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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von Mela78 » So 24. Nov 2019, 14:37

In der Schweiz ist eine Notfalltaxe ganz normal.
Zb hier zu sehen: https://www.tierklinik-basel.ch/de/Vide ... r.525.html
Oder hier: https://www.notfalldienst-baslertieraerzte.ch
Man wird auch immer zuerst darauf hingewiesen.

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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von engelsstaub » So 24. Nov 2019, 17:50

missamy hat geschrieben:
So 24. Nov 2019, 10:05
Wie gesagt, Tierhalter, die aus reiner Bequemlichkeit den TA bemühen, sollen ruhig zur Kasse gebeten werden. Aber das Problem fängt doch schon da an, dass man die Notdienstzeiten bereits am Freitag ab 18:00 Uhr ansetzt. Viele berufstätige müssen dann schon den Aufschlag bezahlen :eek: .

In unserem hiesigen KH (human) haben sie eine Bereitschaftspraxis, an die all jene verwiesen werden, die kein echter Notfall sind. Seither ist die Notfallaufnahme ziemlich leer. Nur so nebenbei und man sieht, es geht ja doch.

Ich hoffe, Brunolein geht es gut?
Das ist auch ein Problem und ich bin da auch auf meinen Arbeitgeber und auf die Kollegen angewiesen, wenn ich mit meinen Tieren zum Tierarzt muss. Die Praxen hier im Umkreis haben eher bis 18 Uhr die reguläre Sprechstunde und mit den Notbereitschaften an den Wochenenden und Feiertagen wechseln sich die Praxen im gesamten Kreis ab. Ich bin froh, dass es diese Notfallsprechstunden am Wochenende überhaupt gibt.
Zu einer guten Tierklinik muss ich eben ein Stück weit fahren und dort wird an Sonn- und Feiertagen sogar zum 3,5-fachen Satz abgerechnet, was ich nachvollziehen kann, da dort nicht nur Tierärzte- sondern auch Tierpfleger für die stationäre Abteilung sowie natürlich tiermedizinische Fachangestellte zugegen sind.

Bruno geht es momentan recht gut. Danke. :grins_gelb:
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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von Tishi » Mo 25. Nov 2019, 10:48

Ich verstehe ehrlich gesagt die Aufregung nicht, sehe das aber vielleicht auch aus einer etwas anderen Perspektive.

Ich arbeite in der IT und bin da auch von Bereitschaftsdiensten und Arbeiten außerhalb der üblichen Geschäftszeiten betroffen. Wenn solche Dinge anstehen muss der Arbeitgeber dafür Sorge tragen, dass die gesetzlichen Bestimmungen zur Arbeitszeit eingehalten werden. Das kann dann dazu führen, dass ich wegen eines kurzen Anrufs in der Nacht den ganzen nächsten Tag nicht ins Büro komme (11h Ruhezeit + Ausgleich für die Arbeitszeit). Außerdem werde ich für die Rufbereitschaft an sich nochmal extra bezahlt, schließlich ist das ja durchaus eine Einschränkung, wenn man das Wochenende nicht frei verplanen kann und jederzeit einen Einsatz haben könnte.

Diese Kosten die der Arbeitgeber hat müssen doch auch irgendwie bezahlt werden. Wenn unsere Kunden für ein System 24/7 Bereitschaft haben möchten, dann ist das natürlich teurer als ohne. Wenn man uns für ein System ohne 24/7 Bereitschaft aus dem Bett klingelt wird das auch nicht billig. Geplante Arbeiten außerhalb der Bürozeiten werden mit einem höheren Stundensatz berechnet. Da hat sich noch nie jemand drüber beschwert, jeder sieht das ein.

Jetzt wird das halt für Tierärzte mal gesetzlich festgelegt, genau wie die übrigen Gebühren mit der GoT auch festgelegt sind. Ist doch eigentlich nur konsequent.

Ja, es wird Tierhalter geben, die vielleicht deswegen nicht zum Notdienst gehen möchten, aber in einem Notfall sind sie dazu gesetzlich verpflichtet. Wer nach der Änderung die Gesetze aus Geldmangel missachtet, war vorher auch nicht weit davon entfernt. Diejenigen, die dann immer noch wegen Kleinkram zum Notdienst gehen können es sich offensichtlich leisten und dürfen dann wegen mir gerne tiefer in die Taschen greifen.

Alle anderen, die in einem Notfall den Notdienst in Anspruch nehmen, müssen dann eben den Bereitschaftsdienst angemessen bezahlen und finanzieren damit, dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt. Das mag manchen ein größeres Loch in den Geldbeutel reißen als anderen, aber trifft das nicht auf alle Krankheiten der Fellnasen zu? Warum soll gerade der so wertvolle Notdienst nicht angemessen teuer werden? Und ja, im Preisvergleich mit den jeweiligen Zuschlägen in meinem Berufsfeld sind die 50€ sowie die Festlegung auf den 2-4fachen Satz wirklich noch moderat, ich finde das für den Tierhalter einen guten Kompromiß, ob das für die Tierärzte auch gilt (und somit die Notfallversorgung wieder besser wird) bleibt abzuwarten.
Viele Grüße von Tishi mit Vega

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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von Dudler » Mo 25. Nov 2019, 11:10

Ich zahle lieber etwas mehr und habe kompetente Ansprechpartner.

Was nützt mir ein günstiger Notdienst, wenn ich einen Berufsanfänger ohne jede Erfahrung habe?
Von 50 Euro bleiben gerade mal 42,01 netto übrig. Ich möchte eine Praxis oder Klinik mit kompletter Ausstattung....sonst kann ich mir den Notdienst auch
schenken.

Den Arbeitnehmern stehen ja Zuschläge zu - die müssen ja auch gezahlt werden.

Mir tut das Geld auch weh, keine Frage. Wenn es aber hilft, in einer Notsituation nicht noch stundenlang fahren zu müssen, dann zahle ich gerne.

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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von Kanoute » Mo 25. Nov 2019, 15:45

missamy hat geschrieben:
So 24. Nov 2019, 14:06
Wie verstehst Du das dann:

Der neue Satz 4 definiert zur Konkretisierung des Zeitpunktes der Erbringung der Leistungen in Satz 2 Nummer 3 die Dauer der Nachtzeit, des Wochenendes sowie des gesetzlichen Feier-tages, wobei der Beginn des Wochenendes von Samstag 13.00 Uhr auf Freitag 18.00 Uhr ver-schoben wird. Damit wird die Arbeitszeit am Wochenende den inzwischen eingetretenen und gesellschaftlichen akzeptierten Entwicklungen Rechnung getragen. In den oben angeführten Zeiten wird in der Regel der tierärztliche Notdienst durchgeführt.

Es gab auf der Tierärztekammerseite eine Erklärung, das diese Notdienstregelung erst dann eintritt, wenn die Praxis laut Ihren Öffnungzeiten im Notdienst ist.

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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von Any » So 1. Dez 2019, 19:53


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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von engelsstaub » So 1. Dez 2019, 20:14

Interessant ist die Zusammenfassung am Ende:

"(...) Und sie sollte auch politisch denken: Das Gesetz sieht nämlich eine Überprüfung nach vier Jahren vor.

Zum einen, um zu klären, ob die höheren Notdienstgebühren womöglich zu mehr Tierleid geführt haben, weil Notfallbehandlungen unterblieben sind.
Stellt sich dabei aber umgekehrt dann heraus, dass die Tierärzte die Notdienst-Abrechnungsmöglichkeiten NICHT umsetzen, wäre das ein weiterer Baustein, den Sinn einer gesetzlichen Gebührenordnung zu hinterfragen.

Wenn sich eh keiner an die GOT hält, dann braucht es auch den ganzen politischen Aufwand nicht."

https://www.wir-sind-tierarzt.de/2019/1 ... 0ipiLDN1XU

Es bleibt nun abzuwarten, wie die Tierärzte und Kliniken das umsetzen und ich bin vor allem gespannt, wie Tierkrankenversicherungen darauf reagieren. Diese werden vermutlich ihre Gebühren auch "anpassen". Das wäre unschön, da sich die Konditionen generell schon nach oben und mit mehr Ausschlüssen; Aufschlägen je nach Alter der Katze verändert haben. Ohne die Versicherung wäre ich bei meinen Katzen echt schon mehrfach aufgeschmissen gewesen mit meinem Gehalt.

Ob ich dann nochmal Katzen aufnehmen könnte, wird sich zeigen. Aktuell habe ich ja voll versicherte Oldies mit noch alten Verträgen. Bei allem Verständnis für die medizinische Versorgung unsere kleinen Privatpatienten, habe ich mittlerweile doch kleine Sorgenfalten, je mehr ich lese.
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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von Any » So 1. Dez 2019, 21:10

engelsstaub hat geschrieben:
So 1. Dez 2019, 20:14
Ohne die Versicherung wäre ich bei meinen Katzen echt schon mehrfach aufgeschmissen gewesen mit meinem Gehalt.
Aber das waren nicht immer Notfälle mitten in der Nacht,oder?
Ich bin auch schon notfallmäßig beim TA aufgetaucht, die Folgebehandungen/ Kontrolluntersuchungen waren aber problemlos in den normalen Sprechzeiten, die weiterhin lt. Link auch mit Berufstätikeit vereinbar sein werden, machbar.
Und ja, Tierhaltung ist ein teures Hobby.
Zum einen, um zu klären, ob die höheren Notdienstgebühren womöglich zu mehr Tierleid geführt haben, weil Notfallbehandlungen unterblieben sind.
Ich hoffe nicht, daß es so kommt, aber falls doch? Welche Konsequenz sollte das haben?

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Re: Notdienstgebühr

Beitrag von engelsstaub » Mo 2. Dez 2019, 18:24

Any hat geschrieben:
So 1. Dez 2019, 21:10
Aber das waren nicht immer Notfälle mitten in der Nacht,oder?
Ich bin auch schon notfallmäßig beim TA aufgetaucht, die Folgebehandungen/ Kontrolluntersuchungen waren aber problemlos in den normalen Sprechzeiten, die weiterhin lt. Link auch mit Berufstätikeit vereinbar sein werden, machbar.
Und ja, Tierhaltung ist ein teures Hobby.

Ich hoffe nicht, daß es so kommt, aber falls doch? Welche Konsequenz sollte das haben?
Nicht immer, aber das kam natürlich vor. Wie ist das denn, wenn sie stationär aufgenommen werden (hat da jemand was zu gelesen?)? Das passiert dann ja über Nacht.
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