Abszessbehandlung

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Paula13
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Abszessbehandlung

Beitrag von Paula13 » Do 20. Sep 2018, 19:43

Chili kam vorgestern mit angeschwollenem Vorderbein nachhause.
Unsere TÄ hab ich nicht mehr erreicht, so sind wir zu einem anderen gefahren.
Er hat einen guten Ruf und behandelt hier die Katzen vom Tierschutzverein .
Diagnose Phlegmone mit Fieber. Also AB Gabe und heute Kontrolle.
Gestern lief dann der Eiter aus dem Bein. Meine TÄ hab ich noch erreicht. Sie meinte, es wäre gut wenn es abfließt. Der Kollege sei kompetent, wir machen die Weiterbehandlung dort.
So, heute wurde das Bein rasiert. Doch ein Abszeß! Spülung ( nur oberflächlich, nicht mit Sonde in Wundtaschen),örtliche Betäubung mit Gel, Ausschabung mit scharfem Löffel ( steril) , Wundrand mit Schere ( nur desinfiziert) gesäubert und geklammert.
In der Humanmedizin werden infizierte Wunden nicht verschlossen. Ist bei Tieren ein anderes Vorgehen nötig? Die unzureichende Spülung und die unsterile Schere behagte mir natürlich auch nicht. Die Betäubung war nicht ausreichend, der Schnitt mit der Schere war sehr schmerzhaft ( ging sehr schnell)

Ist da normales Vorgehen in der Tiermedizin? Bin ich jetzt zu empfindlich?
Als Krankenschwester hab ich täglich mit Wunden zu tun. Das läuft anders ab.

Was meint ihr?

Mit etwas Glück kommt Chili um eine OP herum meinte der Tierarzt noch!
LG Paula mit Pepper, Chili und Mio
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NicoCurlySue
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Re: Abszessbehandlung

Beitrag von NicoCurlySue » Do 20. Sep 2018, 21:35

Ach Paula, bei Dir reißt es ja auch nicht ab! Das tut mir sehr leid. Ich habe so leider keine Ahnung von solchen Wunden, muss nur gerade daran denken, dass meine TÄ viele Wunden mit Blutegeln behandelt. Vielleicht magst Du Dir einmal das Buch von Anke Henne Blutegeltherapie bei Tiern anschauen. Da werden Abszesse bei Katzen als Indikation für eine Behandlung aufgeführt.

Auf jeden Fall wünsche ich Chilli ganz viel gute Besserung und Dir weiterhin gute Nerven! :trost: :daumen:
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Re: Abszessbehandlung

Beitrag von Vamperl » Do 20. Sep 2018, 22:08

Wir haben zum Glück fast nur Erfahrungen mit Abszessen nach Bissen. Unser TA geht da immer wie folgt vor: Kruste abreisen, Eiter muss abfließen können (ohne Betäubung, schnell und gezielt mit der Pinzette). Dann desinfizieren und offen lassen. Katze bekommt ein AB, wir wiederholen den Vorgang Kruste abreisen und desinfizieren dann täglich, bin kein Eiter mehr kommt. Bei manchen Katzen ist das nicht nötigt, Catelyn z.B. hält ihre Wunden recht zuverlässig durch lecken offen. Lokal behandeln wir nach Absprache mit dem TA mit Tyrosur-Gel, oft gehen wir gar nicht zum TA und verzichten auf das AB. Dickes, heißes Bein und herauslaufenden Eiter hatten wir auch schon mal (das war der erste...da wussten wir noch nicht, was sich unter einer kleinen Kruste so verbergen kann..seit dem wird hier jede verdächtige Kruste erstmal abgerupft, um zu sehen was drunter ist). Auch da wurde nach oben genanntem Muster behandelt.

Also bei uns bleiben die Wunden immer offen. Gespült wird auch nicht großartig, nur oberflächlich desinfiziert.

Wir hatten auch mal einen Abszess unter der Kralle. Da wurde operiert und nekrotisches Gewebe ausgeschabt, dann gab es einen Verband. In die Wunde wurde eine Drainage gelegt, damit Wundwasser, Eiter etc. abfließen kann.
Ich würde daher das Klammern eher kritisch sehen.

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Re: Abszessbehandlung

Beitrag von Barbarossa » Do 20. Sep 2018, 22:27

Paula13 hat geschrieben:
Do 20. Sep 2018, 19:43
geklammert.
Wie bitte? :stumm:
Paula13 hat geschrieben:
Do 20. Sep 2018, 19:43
In der Humanmedizin werden infizierte Wunden nicht verschlossen. Ist bei Tieren ein anderes Vorgehen nötig?
Nein. Abszesse sollen immer von innen nach außen zuwachsen. Meine Maxi wurde damals genauso behandelt wie ich. Wir hatten kurz nacheinander einen schweren Bissabszess am Bein mit wochenlanger Drainage, die anfangs täglich gewechselt wurde. Die blieb uns beiden so lange erhalten, bis die Wunde von innen trocken wurde. Da wurde weder bei ihr noch bei mir was geklammert oder vernäht. Zusätzlich bekamen wir beide Antibiose.
Viele Grüße
von meinen Sternchen Matzi 01.05.98-05.05.14 und Moritz 01.05.98-25.11.16, von Tinka und Kai
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Re: Abszessbehandlung

Beitrag von Gissie » Fr 21. Sep 2018, 00:36

Ein einziger Abszess wurde bei meinem Gismo geklammert. Allerdings wurde er in Narkose gelegt, das Ding aufgeschnitten und gereinigt.
Die Wunde war einfach zu groß, um sie offen zu lassen.
Eine Ecke wurde aber ausgespart, damit Wundwasser abfließen konnte.
Es hat lange gedauert, bis es verheilt war.
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Liebe Grüße von Eddie, Biene und Chrissy!
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Re: Abszessbehandlung

Beitrag von Willi Winzig » Fr 21. Sep 2018, 11:06

Oh je,
Ich kann da jetzt nix sinnvolles beitragen, ich finde auch, dass es sich komisch anhört.
Frag doch noch mal deine Tierärztin.

Ansonsten:

Gute Besserung, dem Patienten.

Wir hatten letzten Sommer auch so eine Phase, wo immer einer was hatte. Zum Glück geht das auch wieder vorbei. :daumenhoch:

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Re: Abszessbehandlung

Beitrag von Paula13 » Fr 21. Sep 2018, 14:28

Also da sind wir wohl einer Meinung, dass ein Abszess von innen zuheilen muss und nicht verschlossen wird.

Es ist ja eh zu spät. Ich werde nachher zur Kontrolle hingehen. Wie schon geschrieben, der TA hat einen guten Ruf. Hätte ich nicht ein bisschen Fachwissen wären an dem Vorgehen sicher keine Zweifel aufgekommen.
Das nächste Mal bringen die Katzen ihre Blessuren hoffentlich zur Öffnungszeit unserer TÄ mit.( oder noch besser, sie machen endlich mal Schluß mit der Klopperei !!!)

Chili geht es soweit gut. Der Hausarrest stinkt ihm und heute Morgen gabs Problem mit dem AB. Nachdem dann die Tablette angefeuchtet war hat sie ihr volles Aroma entfaltet. Keine Chance mehr, die in den Kater zu bekommen. Er musste jetzt ein bisschen hungern und hat vorhin die in Putenfleisch versteckte Tablette verschlungen :cat-D:
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Re: Abszessbehandlung

Beitrag von engelsstaub » Fr 21. Sep 2018, 22:00

Ich kenne das auch anders, als beschrieben. Tarzan hatte ja so einige Abszesse. Die Stellen wurde lokal betäubt, eröffnet, mehrfach gespült und es wurde ein Stäbchen/Röhrchen eingesetzt, damit Eiter und Wundsekret ablaufen können. Ich kenne es auch nur so, dass der eröffnete Abzess von innen nach außen heilen muss. Schließt sich die Wunde, muss sie wieder eröffnet und gespült werden.
Tarzan hatte mal nach einer Abszess-OP, die wirklich stümperhaft durchgeführt wurde, lange Leid damit. Ich musste alle zwei Tage mit ihm zur Tierärztin, sie entfernte nekrotisches Gewebe, spülte und ich musste täglich Salbe einbringen. Es dauerte Monate, bis das abgeheilt war. Sie hatte das super wieder hinbekommen.

Alles Gute für Chili.
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Re: Abszessbehandlung

Beitrag von NicoCurlySue » Sa 22. Sep 2018, 09:48

Guten Morgen, Paula,

wie war es denn gestern bei der Kontrolle? Wie geht es Chilli?
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Re: Abszessbehandlung

Beitrag von Kanoute » Sa 22. Sep 2018, 11:33

Also soweit ich weiß gibt es beides offen lassen und zunähen.....

je nach Größe der Wunde, je Zustand in der Wunde (Nekrotisierung und Fortschritt) und manchmal werden auch leukasekegel eingesetzt .....soweit hab ich das mitbekommen.

Also ich kann nicht beurteilen ob die TA einen Fehler gemacht hat, ich würde einfach fragen: beim nächsten Kontrolltermin, ich bin Krankenschwester und in der Humanmedizin machen das wir so und so...warum hier nicht...und dann gucken wir mal auf die Antwort.

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Re: Abszessbehandlung

Beitrag von Paula13 » Sa 22. Sep 2018, 13:40

Danke für Eure Antworten :)

Der Tierarzt war gestern zufrieden mit dem Ergabnis seiner Wald- und Wiesen- OP, wie er es ausgedrückt hat.
Klingt doch so, als wäre nicht alles nach dem üblichen Verfahren gelaufen oder wie soll ich das verstehen.
Die Wunde sieht jedenfalls gut aus, Chili ist fieberfrei und war auch schon wieder draußen. Der erst für heute angesetzte Kontrolltermin konnte entfallen und Chili hat bis Montag Pause.
Ein Glück, denn er hat im Auto geheult bis er auf dem Rückweg keine Kraft mehr hatte .

Vielleicht muss ich einfach ein bisschen mehr Vertrauen haben. Leider ist der TA nicht so kommunikativ, wie unsere eigentliche Tierärztin. Sie erklärt immer alles, was sie macht. Das halte ich für richtig und fühle mich als Tierhalter ernst genommen. Es gibt nicht immer nur einen Weg, sondern sie schlägt Möglichkeiten vor.
Von den Räumlichkeiten und der Organisation ist seine Praxis allerdings top.Keine Wartezeit, keine Begegnung mit Hunden, keine offenen Fenster.
Bei unserer TÄ waren neulich die Fenster im Wartezimmer offen. Während der Behandlung kam eine Helferin rein und Mio wäre fast ins Wartezimmer entwischt. Das hätte böse ausgehen können.

Vielleicht bin ich auch ein bisschen zu kritisch :frag:
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Re: Abszessbehandlung

Beitrag von Kanoute » Sa 22. Sep 2018, 13:45

Fenster offen?

Das geht gar nicht.....

Hmm...wald und Wiesen OP bedeutet doch eigentlich...macht jeder und ständig...

Oder verstehe ich das falsch?

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Re: Abszessbehandlung

Beitrag von Paula13 » Sa 22. Sep 2018, 14:27

So kann man es vielleicht auch verstehen :grins_gelb:

Und die Fenster haben mich auch geschockt. Hab schon gedacht, da muss ich das nächste Mal besser aufpassen! Aber das sollten eigentlich die Tierärztin und deren Mitarbeiterinnen machen.
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